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Wagramer Straße 98

Fakten

Wagramer Straße 98

Wagramer Straße 98, 1220 Wien

Baujahr: 1983-1985

Wohnungen: 120

Architekt: Wihelm Franz Josef Pick, Josef Becvar, Anton Eigner

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bildeten ein neuer Stadtentwicklungsplan und ein Stadterneuerungsfonds die Grundlage für eine sanfte Stadterneuerung Wiens. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten. So konnten die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, saniert werden. Darüber hinaus fanden für Neubauten Wettbewerbe statt, um möglichst viele neue Ideen in die Architektur einzubringen.

Geschichte

Die nördlich der Donau liegende Marchfeldebene wurde seit dem 11. Jahrhundert systematisch besiedelt. Die Donau mit ihren zahlreichen Seitenarmen und der Auengürtel, die die einzelnen Siedlungen voneinander und von der Stadt trennten, erlaubten jedoch keine großflächige Verbauung. Die Voraussetzungen für die bauliche Entwicklung dieses Gebiets wurden erst mit der ab 1870 erfolgten Donauregulierung geschaffen. Zunächst siedelte sich vor allem Industrie auf dem neu gewonnen Bauland an. So befand sich auch auf dem Gelände der Wohnhausanlage Wagramer Straße 98 bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Gummiwaren-Fabrik.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus einer sich über drei Stiegenhäuser erstreckenden Zeilenverbauung entlang der Wagramer Straße und einem dahinter liegenden, L-förmigen Komplex mit vier Stiegenhäusern. Mehrere Vor- und Rücksprünge in der Baulinie prägen die fünf Geschoße umfassende Straßenfront. Aus den jeweils zurückversetzten Abschnitten ragen zudem die polygonalen Erschließungstürme vor, die die Baumassen noch stärker zerklüftet erscheinen lassen. Die glatt verputzten Fassadenflächen werden durch Fenster unterschiedlicher Größe strukturiert. Schmale, quer liegende Fensterschlitze setzen horizontale Akzente, wohingegen durch die hochrechteckigen Fenster der Stiegenhäuser die Vertikale betont wird. Die vier Häuser des hinteren Bauteiles sind zueinander versetzt angeordnet und weisen ebenfalls zahlreiche Vor- und Rücksprünge auf. Bis auf den Aufzug der Stiege 7 liegen hier Stiegenhaus und Aufzug im Inneren der Häuser. An den Hoffronten finden sich Loggienachsen aus Fertigbauteilen, die die schlichten Baumassen tief durchschneiden bzw. ihnen vorangestellt sind. Farbliche Akzente werden durch die türkis gestalteten Eingangsbereiche und Geschäftslokale an der Wagramer Straße gesetzt. Der ebenfalls türkise, blechverkleidete Dachbereich fasst die beiden Bauteile kompakt zusammen.

Der Name

Die Straße, an der der Wohnbau steht, trug um 1830 den Namen Hollitscher Straße und wurde später in Kagraner Straße und Leopoldauer Straße umbenannt. Danach wurde sie unter dem Namen Kagraner Reichsstraße und Süßenbrunner Straße geführt. Seit 1910 ist sie nach dem Ort Wagram in Niederösterreich, in dessen Richtung die Straße verläuft, benannt.

Architekten

Wihelm Franz Josef Pick - Wilhelm Franz Josef Pick (geb. 1915) studierte von 1932 bis 1938 Architektur an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien unter anderem bei Carl Witzmann und Oswald Haerdtl. Für die Gemeinde Wien plante er etwa die Wohnhausanlage Wagramer Straße 98 in Wien 22 (mit Josef Becvar und Anton Eigner, 1983-1985).

Josef Becvar - Josef Becvar (1907-1984) studierte ab 1928 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Peter Behrens und war seit 1946 vorwiegend in Salzburg tätig, wo er mehrere Projekte realisierte, u. a. den "Mississippi-Dampfer", eine Verkehrsinsel am Hanuschplatz (1954, abgerissen 1974), sowie das legendäre Hotel Europa (1975). Zu seinen wohl bedeutendsten Werken in Wien gehören die beiden Müllverbrennungsanlagen am Flötzersteig (in Betrieb seit 1963) sowie die Müllverbrennungsanlage Spittelau (1976), die 1991 von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet wurde.

Anton Eigner - Anton Eigner (geb. 1930) studierte von 1951 bis 1956 Architektur bei Franz Schuster an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien. Für die Gemeinde Wien plante er etwa die Wohnhausanlage Wagramer Straße 98 in Wien 22 (mit Josef Becvar und Wilhelm Pick, 1983-1985).

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