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Liska-Hof

Fakten

Liska-Hof

Fünkhgasse 2, 1140 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 59

Architekt: Erwin Böck

Weitere Adressen

Marcusgasse 7, 1140 Wien

Felbigergasse 17, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Zwischen der Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien nach Linz, die auf die Römerzeit zurückgeht, und der ab 1864 ausgebauten Hütteldorfer Straße liegt die Wohnanlage. Der Bereich wurde nach 1890 parzelliert und zum Teil bebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg ent-standen hier zahlreiche Gemeindebauten. Die Wohnanlage erhielt erst Jahre nach der Fer-tigstellung ihren Namen. Eine Gedenktafel im Hofdurchgang erinnert an den Namensgeber.

Die Architektur

Die vier- bis fünfgeschoßige Wohnanlage reicht von der Fünkhgasse über die Marcusgasse bis in die Felbigergasse. Durch die dreiseitige Blockrandbebauung entsteht ein großer Innenhof. Die Wohnungen sind über drei im Hof liegende Stiegenhäuser zu erreichen. Die Straßenfassade längs der Marcusgasse wird durch über drei Geschoße reichende Erker gegliedert. Die anderen Straßenseiten im Anschluss an die Nachbarhäuser, wo sich auch die Hofzugänge befinden, werden durch Form, Größe und Verteilung der Fensteröffnungen sowie deren Verhältnis zur geschlossenen Wandfläche definiert. Die Wohnanlage fällt vor allem durch ihre nüchterne Gestaltung auf. Der wenig gegliederte Baukörper, die glatten Wände und der völlige Verzicht auf dekorative Baudetails sind typische Merkmale für die Wohnbauarchitektur der 1930er-Jahre. Der Architekt folgt hier der allgemeinen Tendenz zur Abkehr von der expressiven Gestaltungsweise der frühen Gemeindebauten.

Der Name

Die Wohnanlage wurde um 1948 nach dem Bahnhilfsarbeiter Mathias Liška (1889-1943) benannt, der als österreichischer Freiheitskämpfer von den Nationalsozialisten im Wiener Landesgericht ermordet wurde.

Sanierung

von 2007 bis 2009

Im Liska-Hof wurde in den Jahren 2007 bis 2009 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Im Dachgeschoß entstanden neun neue Wohnungen.

Architekten

Erwin Böck - Erwin Böck (1894-1966) studierte an der Technischen Universität Wien und arbeitete bereits als Student in verschiedenen Architekturbüros. Neben seiner Tätigkeit als Architekt lehrte er auch an der TU Wien sowie der Akademie der bildenden Künste, wo er später Professor wurde. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag im Wohnhausbau. Für die Gemeinde Wien plante er seit den 1920er bis in die 1960er Jahre zahlreiche Wohnanlagen.

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