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Leidesdorfgasse 1

Fakten

Leidesdorfgasse 1

Leidesdorfgasse 1, 1190 Wien

Baujahr: 1995-1995

Wohnungen: 7

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

In den 1920er-Jahren wurde in diesem gutbürgerlichen Umfeld der heute Karl-Mark-Hof benannte Gemeindebau errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollten in der näheren Umgebung zahlreiche städtische Wohnhausanlagen realisiert werden, bis schließlich in den 1990er-Jahren im Zuge einer größeren Sanierung zwei kleine Häuser (Leidesdorfgasse 1 und Obkirchergasse 12-14) unmittelbar an die große Anlage angebaut wurden, die auch mit dem Karl-Mark-Hof gemeinsam den Gartenhof nutzen.

Die Architektur

Der Baukörper fügt sich optisch in die angrenzende Bebauung ein. Obwohl es sich um ein recht kleines Haus handelt, zeigt die Fassade vielfältige Gestaltungselemente: Durch eine ansteigende Attika wird die Horizontalgliederung der Hauptgesimse an den Nachbarhäusern, dem Karl-Mark-Hof und einem gründerzeitlichen Wohnhaus, aufgenommen. An dieses schließt eine Doppelachse an, die durch jeweils zwei hochformatige, zu einer Gruppe zusammengefasste Fenster bestimmt ist. Zur Mitte hin folgt eine weitere Achse mit französischen Fenstern, dann ein erkerartig vortretender Teil mit fünfteiligen Fensterbändern, ganz rechts schaffen Loggien den Übergang zur Baulinie des Nebenhauses. An dieser Stelle ist der Fassade eine ziegelrot gestrichene, vom Erdgeschoß bis in die Dachzone durchlaufende Säule vorgelagert. Das ausgebaute Dachgeschoß, welches über eine Terrasse verfügt, wurde mittig gesetzt. In der Erdgeschoßzone wurden ausschließlich Wirtschaftsräume untergebracht, Wohnungen finden sich in den drei Stockwerken und dem ausgebauten Dachgeschoß. Von dem begrünten Gartenbereich vor dem Haus führt ein Durchgang in den Innenhof. In dieser Passage findet man die Gedenktafel anlässlich der Errichtung des Gebäudes wie auch die Haustür.

Der Name

Dieser Straßenzug hieß ursprünglich Lerchengasse, bis er 1894 nach dem Psychiater Dr. Max Leidesdorf (1819-1889), damals Direktor der Döblinger Irrenheilanstalt, benannt wurde. In der NS-Zeit hieß die Straße Hermann-Löns-Gasse, wurde jedoch 1945 wiederum auf Leidesdorfgasse rückbenannt.

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