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Gregorygasse 20-26

Fakten

Gregorygasse 20-26

Gregorygasse 20-26, 1230 Wien

Baujahr: 1964-1966

Wohnungen: 132

Architekt: Wolfram Schindler

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Erlaa, das erstmals 1114 als Erila urkundlich erwähnt wird, entwickelte sich als Straßendorf in der Schleife zwischen Anton-Baumgartner- und Erlaaer Straße und unterstand bis ins 15. Jahrhundert der Herrschaft von hochfreien - vom Landesfürsten unabhängigen - Familien. Danach wurde es gemeinsam mit Kalksburg und Mauer ein landesfürstliches Lehen. Im 17. Jahrhundert wurde das protestantische Erlaa eingezogen und an Private verkauft. Unter Georg Fürst Adam von Starhemberg, Besitzer seit 1765, erfolgte die Vereinigung mit Atzgersdorf sowie der Ausbau des Erlaaer Schlosses durch Nicolaus Pacassi. In die Zeit der Starhembergischen Grundherrschaft fällt auch der Bau der Schlossallee nach Wien, die heute Gregorygasse heißt. Im frühen 19. Jahrhundert entstand an der Grenze zu Atzgersdorf eine Reihe von Fabriken. Die Industrialisierung brachte dem Ort enormen Aufschwung und bedingte 1835/36 die Gründung von Neu-Erlaa am Schnittpunkt von Triester, Altmannsdorfer und Erlaaer Straße.

Die Architektur

Die Wohnanlage liegt auf einem langgestreckten, spitz zusammenlaufenden Grundstück zwischen der Gregorygasse und der Trepetschniggasse.

Insgesamt wurden fünf dreigeschoßige Bauten mit 22 Stiegen parallel gegeneinander versetzt errichtet. Dazwischen liegen Grünflächen beziehungsweise werden einzelne Bereiche als Parkplatz genutzt. Die Hauseingänge aller Bauten liegen abseits der Straßen, die darüber liegenden Stiegenaufgangsachsen sind durch niedrige zweiteilige, querrechteckig eingeschnittene Fensteröffnungen markiert. Die sogenannten Wetterseiten aller Häuser sind mit hellgrauen Eternitschindeln verkleidet. Die übrigen Fassaden unterliegen einem einfachen Gliederungsschema: Alle Fensteröffnungen sind zweiflügelig, die Stiegeneinheiten der kurzen Bauten sind fünfachsig, weshalb die Stiegenaufgangsachsen mittig liegen. Bei den vierachsigen Stiegeneinheiten der langen Bauten liegen die Stiegenaufgangsachsen asymmetrisch in der zweiten Achse. An den Rückseiten der Gebäude sind Loggien eingebaut, die Schmalseiten präsentieren sich als fensterlose Feuermauern. Durch das serielle Gliederungsschema erhält die Anlage einen einheitlichen Charakter.

Der Name

Die Gregorygasse (vorher Schlossallee) ist seit 1954 nach Leopold Gregory (1840-1903) benannt, der von 1885 bis 1903 Bürgermeister von Erlaa war.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Im Zuge von Sanierungsarbeiten wurde die Wohnhausanlage 1989/90 an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten dafür betrugen 287.058 Euro, davon konnten 172.235 Euro durch Förderungen gedeckt werden. In den Jahren 1996 und 1997 wurde Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Wolfram Schindler - Wolfram Schindler (geb. 1926) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an den Entwürfen zum Salvador-Allende-Hof in Wien 11, Simmeringer Haupstraße 190-192 (1965-1968) und zur Wohnhausanlage Grenzackerstraße 7-11 in Wien 10 (1968-1970) beteiligt.

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