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Ernst-Reuter-Hof

Fakten

Ernst-Reuter-Hof

Böckhgasse 6, 1120 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 197

Weitere Adressen

Längenfeldgasse 24, 1120 Wien

Steinbauergasse 33, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Areal wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Bauparzelle projektiert, allerdings kam es erst in den 1920er-Jahren zu einer ersten Verbauung an der Nordostecke, die sich bis zur Hälfte der Grundstückslänge in der Steinbauergasse erstreckte.

Die Architektur

Auf der dreieckigen Parzelle, die im Osten von der Längenfeldgasse, im Norden von der Steinbauergasse und im Südosten von der Böckhgasse begrenzt wird, wurden in Randverbauung mehrere Blöcke errichtet. Die Nordostecke musste ausgespart werden, da es hier bereits zwei Gebäude gab, von denen eines überdies weit in den geplanten Innenhof des Neubaus ragte. Die Architekten lösten die schwierige räumliche Situation mit einem rechtwinkelig eingestellten kurzen Block, der an den älteren Gebäudeteil anschließt und den Innenhof teilt.

An der Ecke Steinbauergasse/Böckhgasse und der Böckhgasse/Längenfeldgasse dominieren zwei mächtige Risalite mit monumentalen Mosaiken die Fassaden. Die übrigen in Rot und Gelb gestrichenen Fassaden der sechsgeschoßigen Blöcke sind eher sparsam instrumentalisiert: Die Fenster haben überwiegend dezente Putzfaschen, lediglich im Erdgeschoß verfügen sie über eine etwas auffälligere Rahmung. Zwei Pergolen an der Böckhgasse verbinden die kurzen Ecktrakte mit dem eingestellten langen Mitteltrakt.

Im nordwestlichen Hof strukturieren zwei seichte zweiachsige Erkerbänder die Wände und im südöstlichen Hof sind zusätzlich zwei Balkonachsen eingezogen. Den hofseitigen Stiegenaufgängen und den Eingängen in der Steinbauergasse wurden Aufzugstürme vorgelagert.

... und die Kunst

An den Fassaden zur Steinbauer- und zur Längenfeldgasse wurden zwei monumentale Mosaike angebracht. Das kubistisch beeinflusste "Bildung, Arbeit und Erholung" von Karl Gunsam, 1955, befindet sich an der Risalitwand gegen Südost gewandt und das etwas symbolistisch geprägte "Das gute und das böse Prinzip" von Heinz Klima, 1956, an der Schauwand des Risalits gegen Westen.

Der Name

Die städtische Wohnhausanlage wurde nach dem kurz zuvor verstorbenen Oberbürgermeister von Berlin Ernst Reuter (1889-1953) benannt, der während der Blockade der Stadt durch die Sowjetunion in den Jahren 1948/49 zum Symbol des Kampfes der Berliner Bevölkerung für Freiheit und Unabhängigkeit geworden war und sich während des DDR-Aufstands 1953 in Wien aufhielt.

Sanierung

von 1990 bis 1990

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1990 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 316.708 Euro, davon konnten 126.683 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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