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Triester Straße 205

Fakten

Triester Straße 205

Triester Straße 205, 1230 Wien

Baujahr: 1954-1956

Wohnungen: 61

Architekt: Hans Zahlbruckner

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Inzersdorf, der östlichste Teil des 23. Bezirks, deckt sich zum Teil mit einer altrömischen Veteranensiedlung, die in der Nähe der Triester Straße gelegen war. Der ehemalige Ort, der 1120 erstmals urkundlich erwähnt wird, entwickelte sich als Breitangerdorf zwischen der heutigen Draschestraße und der Hochwassergasse und besaß bereits 1217 eine eigene Pfarre. Die Grundherrschaft hatte ein unabhängiger Herr von Rodaun inne; im späten 14. Jahrhundert ging diese in landesfürstlichen Besitz über. Mit der Gründung der ersten Ziegelei erlebte der Ort ab 1775 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Inzersdorfer Gemeindegebiet erstreckte sich damals bis zur Spinnerin am Kreuz auf dem Wienerberg. In diese Zeit fällt auch die Gründung der doppelzeiligen Handwerker- und Arbeitersiedlung Neustift entlang der Triester Straße, einer wichtigen Verkehrsader durch Inzersdorf. Ab 1824 hatte der Industrielle Alois Miesbach, der Besitzer der Ziegelwerke, die Grundherrschaft inne. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts musste Inzersdorf nahezu die Hälfte seines Gebietes, vor allem die wirtschaftlich bedeutenden Wienerberggründe, an den 10. und später den 12. Bezirk abtreten.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus vier Gebäuden mit Satteldächern, die parallel zur Triester Straße hintereinander auf einem lang gezogenen Grundstück angeordnet sind, das sich ab der Hälfte auf doppelte Breite ausweitet. Dazwischen liegen großzügige Grünflächen. Der vorderste Block steht direkt an der Triester Straße. Durch sein asymmetrisches Satteldach ist er straßenseitig dreigeschoßig und hofseitig viergeschoßig. Das dahinter liegende Wohnhaus ist dreigeschoßig, die beiden letzten sind nur mehr zweigeschoßig. Alle vier Trakte verfügen über ein ausgebautes Dachgeschoß. Die Flachgauben befinden sich an den eingangslosen Fassaden und sind vierachsig. Nur am hintersten Wohnhaus gibt es aufgrund der versetzten Stiegen zwei Gauben, von denen die der kürzeren Stiege dreiachsig ist. Die Stiegeneingänge befinden sich mit Ausnahme des ersten Blocks an den Westfassaden. Dem Stil der 1950er-Jahre entsprechend, sind alle Fassaden symmetrisch gegliedert, die an der Triester Straße hat zwölf Fensterachsen. Auf beiden Seiten folgt auf zwei Außenachsen über dem Erdgeschoß ein einachsiger Flacherker, der bis zum Traufgesims reicht. Die Gebäudemitte wird durch die vierachsige Flachgaube akzentuiert. Am rechten Fassadenende befindet sich ein breiter, rechteckiger Durchgang, durch den man in den ersten Grünhof gelangt.

An der Hoffassade ziehen sich über den beiden Stiegeneingängen seichte Erker mit den Stiegenhausfenstern bis unter das Dach. Die Betonung der Stiegenaufgänge durch Erkerachsen findet sich auch bei allen anderen Gebäuden. An ihren Rückseiten sorgen in den Obergeschoßen französische Fenster unterhalb der Außenachsen der Gauben für Abwechslung.

Der Name

Die Triester Straße erhielt ihren Namen 1883, davor hieß sie Neustädter Poststraße. Sie wurde in der Regierungszeit (1711-1740) von Kaiser Karl VI. angelegt und war die ehemalige Reichsstraße nach Triest.

Sanierung

von 2006 bis 2009

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 bis 2009 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut.

Architekten

Hans Zahlbruckner - Hans Zahlbruckner (geb. 1920 in Pottendorf) studierte ab 1944 bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. In Arbeitsgemeinschaften plante er für die Gemeinde Wien unter anderem den Franz-Glaserer-Hof in Wien 14, Hackinger Straße 30-36 (1963-1966), und die Wohnhäuser Ödenburger Straße 73-85 in Wien 21 (1961/62) und Schlöglgasse 71 in Wien 12 (1959).

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