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Erlaaer Straße 154-158

Fakten

Erlaaer Straße 154-158

Erlaaer Straße 154-158, 1230 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 36

Architekt: Karl Haschek

Weitere Adressen

Perfektastraße 2, 1230 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Grundstück befand sich von 1923 bis 1954 ein relativ aufwändig gestaltetes Depot für die Freiwillige Feuerwehr von Neu Erlaa, das eine Mannschaft selbst errichtet hatte. Es war mit Türmchen und einer Attika geschmückt. Eine Gedenktafel mit einer Abbildung dieses Gerätehauses befindet sich im Durchgang des westlichen ebenerdigen Verbindungstrakts. Anfang der 1950er-Jahre lösten sich einige Freiwillige Feuerwehren in Wien auf, darunter auch die Mannschaften von Erlaa I und Erlaa II. Das Gerätehaus von Neu Erlaa wurde nicht mehr gebraucht und musste der neuen Wohnhausanlage weichen.

Die Architektur

Die Wohnanlage umfasst vier Stiegen und wurde auf einem dreieckigen Grundstück östlich des Zusammenlaufs von Erlaaer Straße und Perfektastraße und deren Einmündung in die Altmannsdorfer Straße errichtet. Die Zouvalgasse bildet die Westgrenze des Baugrundes. Drei zweigeschoßige Wohnbauten mit ausgebautem Dachgeschoß werden durch kurze ebenerdige Trakte miteinander verbunden. Zwei der vier Stiegen sind in einem gemeinsamen Block untergebracht, die beiden anderen in jeweils eigenen Gebäuden. Die drei verbundenen Gebäude spannen einen zur Perfektastraße hin offenen Gartenhof auf. Nur der Eingang von Stiege 4 liegt hofseitig. Die Durchgänge in den beiden Verbindungstrakten ermöglichen einen schnellen Zugang von den Straßen her. Außerdem dient der nördliche Verbindungstrakt an der Erlaaer Straße als Geschäftslokal. Die rosa gestrichenen Fassaden sind einfach und meist symmetrisch organisiert. Akzente an der Fassade des längsten Gebäudes an der Erlaaer Straße setzen die beiden Gaupen, die gegenüber den Stiegenaufgangsachsen nach außen verschoben sind. Sie durchbrechen die Dachkante und münden mit Flachdächern in das Satteldach ein. Vierachsige Dachgaupen bekrönen die Ostfassaden der beiden anderen Gebäude und eine sehr langgezogene achtachsige Dachgaupe die lange Hoffassade des mittleren Wohnhauses. Sie wird zusätzlich durch einen zweiachsigen Balkon im zweiten Geschoß zentriert, der die aufeinandertreffenden Stiegen umklammert.

... und die Kunst

Die Steinplastik "Schreitende" von Rudolf Schwaiger steht auffällig postiert nahe der Spitze des Grundstücks am Straßenzusammenlauf. Die leicht abstrahiert skulptierte Frau in langem Kleid hat einen undeutbaren, aber intensiven Gesichtsausdruck. Das Schreiten der Figur wird durch Anheben der Ferse des zurückgestellten Beins angedeutet.

Der Name

Die Erlaaer Straße hat seit 1955 diesen Namen und führt nach Alt Erlaa und Neu Erlaa. Erlaa, das 1114 als "Erila" urkundlich erwähnt wird, wurde 1938 dem 25. Bezirk und 1954 dem 23. Bezirk eingemeindet.

Sanierung

von 2006 bis 2008

In der Wohnhausanlage wurde von 2006 bis 2008 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch wurden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut. Die Kosten beliefen sich auf 830.600 Euro, davon konnten 571.615 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Haschek - Karl Haschek (1911-1984) studierte von 1929 bis 1934 bei Carl Witzmann und Oskar Strnad an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Unter anderem entwarf er für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Erlaaer Straße 154-158 in Wien 23 (1954-1955).

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