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Karl-Kysela-Hof

Fakten

Karl-Kysela-Hof

Thaliastraße 159, 1160 Wien

Baujahr: 1967-1969

Wohnungen: 191

Architekt: Friedrich Lang

Weitere Adressen

Johann-Staud-Straße 1, 1160 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die für Ottakring typische dichte Blockrandbebauung löst sich Richtung der äußeren Bezirksgrenzen immer mehr auf. Vor allem ab den 1960er-Jahren propagierten Architekten und Stadtplaner im Wohnbau die aufgelockerte Zeilenbauweise, der auch der Karl-Kysela-Hof verpflichtet ist. Die Bebauungsdichte wird durch hohe Wohnscheiben erreicht und lässt genügend Platz für Grünraum.

Die Architektur

Der Karl-Kysela-Hof besteht aus zwei neungeschoßigen Wohnhäusern mit je vier Stiegen, die parallel zueinander angeordnet und von großzügigen Grünräumen umgeben sind. Die 24 Fensterachsen langen, der Straße zugewandten Fassaden sind mit farbigen Putzstreifen horizontal betont. Sie werden von je vier Stiegenhaustürmen mit auffälligen, den neun Geschoßen entsprechenden Putzfeldern in fünf Abschnitte unterteilt. An den Schmalseiten ragt je eine Reihe Balkone aus, je drei Doppelbalkonreihen befinden sich, von einer über alle Geschoße durchgehenden Betonmauer getrennt und etwas zurückversetzt, an den Hoffassaden. Die Wohnscheiben sind mit einem Giebeldach gedeckt, ein einfaches Dachgesims kragt an den Längsseiten weit aus. In der etwas tiefer liegenden, grau gestrichenen Erdgeschoßzone an der Thaliastraße sind Geschäftslokale untergebracht, die hofseitig über eine schmale Fensterreihe verfügen. Das zweite Wohnhaus hat analog dazu ein grau verputztes Erdgeschoß.

... und die Kunst

In der Gartenanlage des Gemeindebaus steht eine Marmorplastik von Franz Anton Coufal. Die 1970 gestaltete Skulptur "Flammender Turm" stammt aus dem Zyklus "Krieg und Harmonie der Elemente".

Der Name

Der Karl-Kysela-Hof wurde 1971 nach dem Obmann der Sozialistischen Partei Ottakrings (1945-1961) und Abgeordneten zum Nationalrat (1945-1962) Karl Kysela (Wien, 01.01.1901 bis 02.12.1967, Wien) benannt. Kysela war in der Zeit des Faschismus einer der führenden Aktivisten der Revolutionären Sozialisten und übte seine Funktionen in der schwierigen Aufbauzeit nach 1945 aus. Seit 1972 erinnert an ihn eine Gedenktafel mit Porträtrelief am Gemeindebau.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Der Karl-Kysela-Hof wurde in den Jahren 1996 und 1997 saniert. Durch das teilweise angebrachte Wärmedämmverbundsystem an der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Friedrich Lang - Friedrich Lang (1911-1978) studierte von 1932 bis 1937 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 mit der 2. Staatsprüfung abschloss und zudem 1938/39 die Meisterschule besuchte. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem den Karl-Kysela-Hof in Wien 16, Thaliastraße 159 (1967-1969), und zusammen mit Ernst Plojhar den Rudolf-Hitzinger-Hof in Wien 21, Leopoldauer Straße 70 (1969-1971), und die Anlage Rudolf-Zeller-Gasse 71 in Wien 23 (1972-1975).

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