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Maurer Hauptplatz 10

Fakten

Maurer Hauptplatz 10

Maurer Hauptplatz 10, 1230 Wien

Baujahr: 1625

Wohnungen: 5

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Das ehemalige Herrschaftshaus am Maurer Hauptplatz lässt sich schon im Jahr 1625 belegen, als es an die Jesuiten, die seit 1609 Grundherren von Mauer waren, übereignet wurde. Im 18. Jahrhundert stand es zum Teil als Amtshaus, zum Teil als Pfarrwohnung in Verwendung, was sich durch die Nähe zur ursprünglich spätgotischen Pfarrkirche am Platz erklärt. Darüber hinaus markiert das Gebäude das Zentrum des ehemaligen Grabenangerdorfes Mauer, das 1938 als eines von insgesamt acht Dörfern in den Bezirk Liesing eingemeindet wurde.

Die Architektur

Das einstöckige Wohnhaus besteht aus einem breitgelagerten Eckbau über einem L-förmigen Grundriss und beherbergt heute insgesamt fünf Wohnungen im ersten Stock des Hauses. Im Erdgeschoß sind straßenseitig Geschäftslokale untergebracht. Die Hausfronten des barocken Eckgebäudes sind glatt geputzt und die Fenster sowie das Haustor mit Steingewänden gefasst.
Ein flacher Risalit betont den Hauseingang bzw. die ehemalige Einfahrt, die als breites Stichbogenportal gestaltet ist. Das Portal stammt aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und beeinflusst das Erscheinungsbild des Gebäudes maßgeblich. Über dem noch original erhaltenen Holztor ist eine Wappenkartusche angebracht. Die Einfahrt selbst ist als Korbbogentonne mit Stichkappen gestaltet, die teilweise verändert wurden; sie führt in den begrünten Innenhof. An der östlichen Grundstücksgrenze befindet sich eine kleine, bungalowartige Werkstätte. Der Westtrakt des Hauses verfügt hofseitig über eine Freitreppe mit noch erhaltenem, biedermeierlichem Schmiedeeisengeländer. Einen weiteren, bestimmenden Akzent setzt das steile Krüppelwalmdach, das das historische Gebäude nach oben hin abschließt.

... und die Kunst

Über dem Eingangsportal ist das Wappenbild der Familie Mack angebracht, die von 1790-1848 das letzte Grundherrengeschlecht in Mauer war. Die gevierte Kartusche besteht aus je zwei diagonal gegenübergestellten identischen Darstellungen: einem nach rechts blickenden Adler auf einer Zinnenmauer (diese Mauer befindet sich auch im alten Maurer Wappen) und einem nach links gewandten steigenden Löwen mit rhombusförmigem Schild zwischen den Pranken.

Der Name

Der Maurer Hauptplatz war bis 1938 als der "Hauptplatz" und Zentrum der ehemals selbstständigen Gemeinde Mauer bekannt und erhielt seinen heutigen Namen mit der Eingemeindung in den 23. Wiener Gemeindebezirk.

Die heutige Bendagasse wurde 1964 nach dem Pädagogen und Germanisten Univ.-Prof. Dr. Oskar Benda (1886-1954) benannt, der 1938 aus Wien emigrierte.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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