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Melangasse 1-5

Fakten

Melangasse 1-5

Melangasse 1-5, 1220 Wien

Baujahr: 1981-1983

Wohnungen: 178

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Im Zuge der Stadterweiterung nach Norden wurde in den 1970er-Jahren im Anschluss an den alten Ortskern von Leopoldau eine Wohnhausanlage errichtet. Die Anlage stellt eine Verbindung zwischen Leopoldau und der Bebauung der Saikogasse her und leitet gleichzeitig über den Rennbahnweg zur Wagramer Straße über. Der Wohnbau Melangasse 1-5 wurde wenige Jahre später im Anschluss an das bereits bebaute Areal auf einer freistehenden Fläche errichtet. Damit wurde die vorhandene Lücke zwischen der Verbauung im Osten und dem Josef-Bohmann-Hof geschlossen.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den 1980er-Jahren verläuft direkt entlang der Melangasse und besteht aus zwei autonomen Bauteilen. Die Häuser verfügen beide über rechteckige Grundrisse und schließen direkt an eine weitere Wohnhausanlage an. Im Nordwesten des Wohnbaus erstreckt sich auf einem weitläufigen Areal der Josef-Bohmann-Hof, der wenige Jahre davor errichtet wurde. Der Wohnbau Melangasse 1-5 ist als Fortsetzung der vorhandenen Anlage und gleichzeitig als östlicher Abschluss anzusehen. Die Häuser sind als freistehende Wohnblöcke angeordnet und verfügen durchwegs über fünf Geschoße. Mehrere Grünflächen mit Bäumen sind zwischen den Gebäuden angelegt und fungieren auch als Verbindung zum benachbarten Wohnbau. Die Fassade des ersten Bauteiles gliedert sich in mehrere Fensterachsen, wobei die zwei- bis dreiteiligen Öffnungen knapp in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Mehrere Achsen mit Balkonen sorgen dafür, dass die schlichte Gestaltung der Anlage aufgelockert wird. Die Stiegenaufgänge sind über einige Stufen zu erreichen und werden von einem ausladenden Dach mit Säulen gerahmt. Der zweite Wohntrakt erweckt einen weitaus plastischeren Gesamteindruck, der aufgrund der unterschiedlichen Gliederung der Fassaden zustande kommt. Die Schauseite löst sich in drei mächtige Risalite auf, die zur Straße hin stufenförmig angeordnet sind. Die vorspringenden Bauteile sind zusätzlich mit Balkonachsen versehen, die den dynamischen Charakter der Wohnhausanlage verstärken.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1958 nach dem österreichischen Bauingenieur Josef Melan (1853 - 1941) benannt. Er war als Professor an der Technischen Hochschule in Wien tätig und spezialisierte sich auf Brückenbau. Er erfand eine Eisenbetonbauweise, die nach ihm benannt wurde und besonders für den Bau von Bogenbrücken geeignet ist.

Sanierung

von 2003 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 2.157.700 Euro, davon konnten 644.773 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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