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Haydnhof

Fakten

Haydnhof

Gaudenzdorfer Gürtel 15, 1120 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 333

Architekt: August Hauser

Weitere Adressen

Arndtstraße 1, 1120 Wien

Siebertgasse 1, 1120 Wien

Steinbauergasse 4-6, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Der 1927 als Wettbewerbsprojekt ausgeschriebene Haydnhof wurde während der Februarrevolution 1934 (wie viele weitere Hofanlagen des Roten Wien) zum Schauplatz der blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Republikanischen Schutzbündlern und der christlich-sozialen Heimwehr. Von hier aus bekämpfte der Schutzbund die gegen den gegenüberliegenden Reumannhof vorgehenden Einheiten der Polizei.

Die Architektur

Der Haydnhof folgt dem Konzept der klassischen, von vier Seiten begrenzten Hofanlage. Er verfügt über einen weitläufigen Innenhof mit einem freistehenden Kindertagesheim und einer Wäscherei an der Steinbauergasse. Die sechsgeschoßige Anlage wurde 1952 durch einen Dachausbau von Adolf Wölzl erweitert, wodurch sich die Wohnungszahl von ursprünglich 304 auf 328 erhöht hat.
Ein besonderes Merkmal der Anlage sind die einzelnen, rhythmisch vor- und zurückgestuften Bauteile, deren Fassaden durch Halbloggien bzw. profilierte Gesimsbänder gegliedert sind. Straßenseitig wird die glatte, einfache Fassade durch lange, über die Ecke gezogene Gitterbalkone dominiert. Ein weiteres Charakteristikum sind die drei monumental gestalteten Eingangstore an der Arndtstraße, am Gaudenzdorfer Gürtel und an der Steinbauergasse - durch ihren klassischen Aufbau mit Halb- bzw. Rundpfeilern und Prellsteinen sowie das symmetrisch angebrachte Kugelmotiv (Rundvorlagen) erinnern sie an Toranlagen von Burgen oder Schlössern.

Der Name

Die Hofanlage ist nach dem österreichischen Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) benannt, der auf dem nahe gelegenen "Friedhof am Hundsthurm" begraben war, ehe dieser 1926 aufgelöst und in den so genannten Haydnpark umgewidmet wurde. Eine Tafel an der Arndtstraße 1 erinnert noch heute an den "bedeutenden österreichischen Tondichter".

Sanierung

von 2005 bis 2007

Im Haydnhof wurde in den Jahren 2005 bis 2007 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen und ein neuer Spielplatz errichtet. Die Kosten beliefen sich auf 11.657.400 Euro, davon konnten 7.979.592 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

August Hauser - August Hauser (1895-?) studierte zunächst an der Hochschule für Bodenkultur. Erst nach seinem Militärdienst begann er sein Architekturstudium, das er 1921 an der Technischen Hochschule Wien abschloss. Neben seinen theoretischen Überlegungen zum Sozialwohnbau sind nur zwei Gemeindebauten des Architekten in Wien bekannt: das Volkswohnhaus in der Weinlechnergasse 1 in Wien 3 (1928) und der Haydnhof am Gaudenzdorfer Gürtel 15 in Wien 12 (1928/29). Das Todesdatum des Architekten ist nicht bekannt.

Freie Lokale

Bild Art Größe Miete
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