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Fröhlich-Hof

Fakten

Fröhlich-Hof

Malfattigasse 1-5, 1120 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 161

Architekt: Engelbert Mang

Weitere Adressen

Arndtstraße 27-29, 1120 Wien

Fockygasse 2a, 1120 Wien

Oppelgasse 14, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Areal des heutigen Fröhlich-Hofs, ehemals öffentliche Gutsparzellen der Katastral-Gemeinde Unter-Meidling, trug ursprünglich den Namen Fröhlichplatz. Im Jahr 1928 wurde das von der Malfattigasse, Oppelgasse, Fockygasse und Arndtstraße umschlossene Grundstück zur Bebauung freigegeben, aus demselben Jahr datiert auch die Baugenehmigung für die Wohnhausanlage. Bereits in den frühen 1950er-Jahren wurden im Dachgeschoß des Fröhlich-Hofs Wohnungen eingebaut, die Errichtung der straßenseitig angebauten Aufzüge erfolgte in den Jahren 2003/04.

Die Architektur

Die viergeschoßige U-förmige Wohnhausanlage aus den Jahren 1928-29 besticht durch ihre abwechslungsreiche Fassadengestaltung und den starken Bezug des Gebäudes zum begrünten Innenhof. Mehrgeschoßige Erker, umlaufende Loggien und Balkone sowie schmale, verglaste Stiegenhaustürme gliedern und rhythmisieren die Fassaden gegen den großen Gartenhof, die straßenseitigen Fronten wirken im Vergleich dazu - trotz ebenso hoher architektonischer Qualität - etwas zurückhaltender und geschlossener. Die Anfang der 1950er-Jahre ausgebauten Dachgeschoßwohnungen springen hinter die Baulinie zurück, bestimmend für die Gesamterscheinung des Volkswohnhauses ist aber der um ein Geschoß erhöhte Mittelteil des Traktes gegen die Fockygasse sowie die markanten Ecklösungen des Gebäudes.

... und die Kunst

Der zentrale Brunnen im gärtnerisch gestalteten Innenhof stammt aus dem Jahr 1929 und wurde von Stanislaus Plihal entworfen: Dargestellt sind vier Putti, die eine Weltkugel auf ihren Schultern tragen, als Wasserauslauf dienen drei aneinander gereihte Froschmäuler.

Der Name

Der Name "Fröhlichhof" leitet sich ab vom Namen der Fabrikantentochter Katharina Fröhlich (1800-1879), der "ewigen Braut" des Dichters Franz Grillparzer. Katharina und ihre Schwestern waren auch die Universalerben Grillparzers.

Sanierung

von 2002 bis 2004

Im Fröhlichhof wurde in den Jahren 2002 bis 2004 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 7.715.700 Euro, davon konnten 4.728.038 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Engelbert Mang - Engelbert Mang (1883-1955) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Otto Wagner. Nach seinem Studium trat er in das Wiener Stadtbauamt ein, wo er von 1923 bis 1932 an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien mitwirkte. Nach seinen Entwürfen entstanden etwa der Viktor-Adler-Hof in Wien 10, der Widholzhof in Wien 11 und der Fröhlichhof in Wien 12.

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