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Hirschstettner Straße 2-4

Fakten

Hirschstettner Straße 2-4

Hirschstettner Straße 2-4, 1220 Wien

Baujahr: 1958-1959

Wohnungen: 45

Architekt: Josef Baudys

Weitere Adressen

Am Freihof 43-47, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau liegt am Anfang der Hirschstettner Straße, die eine Verbindung zwischen den ehemaligen Ortschaften Kagran und Hirschstetten schuf. In unmittelbarer Nähe der Anlage befindet sich der Kagraner Platz, der das einstige Ortszentrum von Kagran darstellte. Die Hirschstettner Straße war um die Jahrhundertwende kaum verbaut, im Osten erstreckte sich die Flur Gmünd Äcker. Im Jahr 1922 wurde die Dampftramway eröffnet, die vom Kagraner Platz aus die Hirschstettner Straße entlang in Richtung Groß Enzersdorf geführt wurde. Der betreffende Wohnbau wurde in den späten 1950er-Jahren auf einem frei stehenden Baugrund errichtet.

Die Architektur

Der Wohnbau liegt direkt an der Hirschstettner Straße, die vom Kagraner Platz in Richtung der ehemaligen Ortschaft Hirschstetten führt. Im Westen befindet sich der Kagraner Platz und im Süden erstreckt sich die weitläufige Siedlung "Am Freihof". Die Anlage besteht aus drei autonomen Bauteilen, die in Zeilenbauweise parallel zueinander angeordnet sind. Der Wohnbau ist mit drei Geschoßen relativ nieder angelegt und fügt sich so gut in die nahe liegende Umgebung ein. Die Reihenhäuser der benachbarten Freihofsiedlung verfügen lediglich über ein bis zwei Geschoße. Die betreffende Anlage zeichnet sich durch die schlichte und zurückhaltende Gestaltung aus. Der straßenseitige Wohntrakt ist breiter angelegt als die beiden anderen Bauteile und wird durch zwei risalitartige Vorsprünge betont. Die Fassade gliedert sich in regelmäßige Fensterachsen, wobei die Öffnungen scharf in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Die östlichen Schauseiten der beiden hinteren Wohnblöcke werden von einzelnen Balkonen aufgelockert. Die Stiegenhäuser sind über den Innenhof zugänglich, der zwischen den einzelnen Häusern angelegt ist. Der dritte Wohntrakt beherbergt eine Garage, die im Kellergeschoß des Hauses untergebracht ist.

Der Name

Die Straße, in der der Wohnbau steht, wurde ursprünglich als Hirschstettner Hauptstraße bezeichnet. Seit 1909 ist sie nach der ehemaligen selbstständigen Gemeinde Hirschstetten benannt. Der Ort wurde unter dem Namen "Hertstätten" 1240 erstmals urkundlich erwähnt und 1938 nach Wien eingemeindet.

Sanierung

von 2005 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2005 und 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 422.300 Euro, davon konnten 118.900 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Josef Baudys - Josef Baudys (1900-1979) studierte Architektur ab 1943 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Vorwiegend in Gemeinschaft mit anderen Architekten war er an der Errichtung mehrerer prominenter Wohnhäuser der 1950er-Jahre beteiligt. So entwarf er etwa mit Otto Schönthal die Wohnhausanlage Hofherrgasse 5-13 in Wien 10 (1952/53) und zusammen mit Hans Paar und Rudolf Münch den Eduard-Leisching-Hof in Wien 5 (Johannagasse 29-35, 1954/55).

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