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Langobardenstraße 23-27

Fakten

Langobardenstraße 23-27

Langobardenstraße 23-27, 1220 Wien

Baujahr: 1950-1959

Wohnungen: 221

Architekt: Rudolf Pamlitschka, Alfred Schömer, Walter Hübner, Walter Proché

Weitere Adressen

Konstanziagasse 36-40, 1220 Wien

Hans-Steger-Gasse 16-26, 1220 Wien

Aribogasse 27-31, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Areal der heute bestehenden Wohnhausanlage war bis zu deren Errichtung unbebaut und als Grünland gewidmet. Der Gemeindebau wurde in zwei Etappen errichtet, wobei der erste Bauteil von 1950-1952 vier Blöcke umfasste und zwei weitere Häuser samt einer Motorradgarage in den Jahren 1957-1959 fertig gestellt wurden. Wie den Bauplänen zu entnehmen ist, war die Erweiterung der Anlage in groben Zügen bereits von Beginn an vorgesehen.

Die Architektur

Die vierstöckige Wohnhausanlage in der Langobardenstraße ist als typischer Zeilenbau der 1950er-Jahre angelegt. Mehrere Häuser werden dabei aneinandergereiht und zu Zeilen gruppiert. Ein quer stehender Riegel grenzt das Areal gegen die Hans-Steger-Gasse ab und bildet somit einen geschützten Bereich im durchgrünten Freiraum. Die Stiegenhäuser dieses Bauteils können sowohl von der Straße als auch vom Hof aus betreten werden. Die glatten dekorlosen Fassaden der Wohnhäuser werden durch den Wechsel von zweiflügeligen und französischen Fenstern rhythmisiert, gegen den Hofbereich sind vereinzelt Balkone angebracht.

Besondere Beachtung verdient der Umstand, dass bei der Erweiterung der Wohnhausanlage bewusst auf die Gestaltung des ersten Bauteils (1950-1952) Rücksicht genommen wurde, wodurch heute ein homogener Eindruck gegeben ist.

... und die Kunst

Ecke Konstanziagasse/Hans-Steger-Gasse ist ein großes Steinmosaikwandbild von Albert Paris Gütersloh (1887, Wien - 1973, Baden) mit dem Titel "Familie" aus dem Jahr 1951 angebracht.

Der Name

Die Langobardenstraße - ehemals Grenzstraße beziehungsweise Stadlauer Straße - trägt seit 1910 ihren heutigen Namen. Sie wurde nach dem Volksstamm der Langobarden benannt.

Sanierung

von 2004 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 bis 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.993.400 Euro, davon konnten 496.029 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Pamlitschka - Rudolf Pamlitschka (1920-1999) studierte von 1939 bis 1947 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa den Anton-Figl-Hof in Wien 14, Hernstorferstraße 22-32 (1956-1958), und die Anlage Markhofgasse 12-18 in Wien 3 (1954-1956). Das Wohnhaus Wällischgasse 10-12 in Wien 3 (1981-1983) entwarf Rudolf Pamlitschka eigenständig.

Alfred Schömer - Alfred Schömer (1906-1976) studierte von 1924 bis 1928 bei Josef Hoffmann, Oskar Strnad und Josef Frank an der Wiener Kunstgewerbeschule. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an den Entwürfen für die Wohnhausanlagen Dieselgasse 11-17 in Wien 10 (1959/60) und Langobardenstraße 23-27 in Wien 22 (ab 1950) beteiligt.

Walter Hübner - Walter Hübner (1902-1988) studierte von 1920 bis 1925 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Realisierung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Troststraße 20-30 in Wien 10 (1952/53) und Langobardenstraße 23-27 in Wien 22 (1950-1959).

Walter Proché - Walter Proché (1920-1994) studierte an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1949 sein Diplom erhielt. Zunächst in einer Bürogemeinschaft mit Heinz Surböck tätig, führte er später sein eigenes Atelier, wobei er vor allem in den Bereichen Wohn-, Schul- und Sportanlagenbau arbeitete. So entwarf Proché für die Gemeinde Wien unter anderem die Schule in der Per-Albin-Hanson-Siedlung Wendstattgasse 5 in Wien 10 (1970/72) und als Mitglied einer größeren Arbeitsgemeinschaft die Wohnanlage Hadikgasse 268-272 in Wien 14 (1953/54).

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