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Roda-Roda-Gasse 6

Fakten

Roda-Roda-Gasse 6

Roda-Roda-Gasse 6, 1210 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 24

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Wohnhaus ist Teil eines heute bis zur Mayerweckstraße reichenden Areals städtischer Wohnanlagen. Die Grundstücke wurden zu Beginn der 1950er-Jahre von der Gemeinde Wien aus Privatbesitz erworben. Angrenzend befand sich lange Zeit das 1933 errichtete Strebersdorfer Militärbarackenlager. Im Zuge einer groß angelegten Umgestaltung des Viertels wurde mit dem Bau der heutigen Wohnanlage ab 1958 begonnen. Die drei Stiegen in der Roda-Roda-Gasse 6 sind Teil der umgebenden Anlage. 1960 war die gesamte Anlage bezugsbereit und blieb seither in ihrem äußeren Erscheinungsbild weitgehend unverändert.

Die Architektur

Das einstöckige Gebäude wurde als Wohnhaus für ältere Menschen konzipiert, und gemeinsam mit der umgebenden Wohnanlage geplant und errichtet. Die Eingänge der Stiegen 1-3 befinden sich in der Roda-Roda-Gasse und sind von Risaliten markiert. Seitlich davon befinden sich Erker mit loggienartigen Verglasungen. An der zur Grünanlage gelegenen Seite bestimmen zu jeweils vieren gruppierte und eingefasste Loggien das Fassadenbild. Auf eine weitere Gliederung wurde verzichtet. Die umgebende Wohnanlage erstreckt sich zwischen Meriangasse, Rußbergstraße und Roda-Roda-Gasse und beherbergt 16 weitere Stiegen. Unterschiedliche Typen von Baukörpern sind hier kombiniert. Zum Edmund-Hawranek-Platz hin markiert ein zehngeschoßiger Wohnblock das Zentrum und den Haupteingang zur Anlage. Die restlichen Stiegen sind in dreigeschoßigen, teils zu Zeilen gekoppelten Häusern untergebracht. Das Mutterhaus wie auch die Kombination des zehnstöckigen Gebäudes mit niedrigeren Einheiten ähnelt formal anderen Anlagen aus den 1950er- und frühen 1960er-Jahren, z. B. jener am Matzleinsdorfer Platz (V., Theodor-Körner-Hof, 1954). Auch die zu frei stehenden Zeilen gekoppelten Häuser entsprechen einem zur Bauzeit gängigen Typus. Ausreichend Grünraumversorgung ist Teil dieses Wohnkonzeptes. Eine großzügig angelegte, von den verkehrsreichen Straßenzügen weitgehend abgeschirmte Parkanlage steht den Bewohnern zur Verfügung.

... und die Kunst

In der Anlage befindet sich die Natursteinplastik "Stehendes Mädchen" (1958/1961) von Fritz Pilz. In dem gemeinsam genutzten Grünareal sind auf dem Gebiet der Nachbaranlage zwei weitere Skulpturen aufgestellt, welche ebenfalls aus der Bauzeit der Anlage stammen: Die Natursteinplastik "abstrakte Form" von Paul Peschke, an der Ecke der Rußbergstraße zur Berlagasse, und die in Betonguss ausgeführte Plastik "Schauende" von Hilde Uray. Beide Plastiken entstanden zwischen 1958 und 1960.

Der Name

Die Roda-Roda-Gasse wurde 1952 nach Sándor Roda Roda (1872-1945) benannt. Dieser trug bis 1906 den Namen Alexander Friedrich Rosenfeld und verwendete später auch die Pseudonyme Aba Aba und Nikolaus Suchy. Er war als Schriftsteller und Journalist tätig. Vor dem Ersten Weltkrieg trat er auch im Kabarett auf. Spezialisiert auf Humoresken, verfasste Roda Roda unter anderem die Werke "Die Muskete" und "Simplicissimus", "Der Diplomat", "Die Sonnenkönigin", aber auch das Drama "Dana Petrowitsch". Sein später verfilmtes Stück "Der Feldherrnhügel" wurde wegen Beleidigung von Militärpersonen zunächst verboten. 1914-1918 war er als Kriegsberichterstatter der NFP tätig. Später lebte Roda Roda unter anderem in Bulgarien, der Slowakei, Deutschland und Frankreich und war weiterhin intensiv schriftstellerisch tätig. (u. a. "Das Rosenland", "Serb. Tagebuch", "Die 7 Leidenschaften", "Morgensonne, Morgenland", "Ein Frühling in Amerika"). 1938 emigrierte Roda Roda in die Schweiz und später in die USA, wo er 1945 verstarb.

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