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Josef-Flandorfer-Straße 75

Fakten

Josef-Flandorfer-Straße 75

Josef-Flandorfer-Straße 75, 1210 Wien

Baujahr: 1969-1970

Wohnungen: 18

Architekt: Hans Steindl

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Der Wohnbau liegt nahe dem Ortszentrum der ehemaligen Gemeinde Stammersdorf. Entlang der einstigen Hauptstraße, die nördlich der Anlage verläuft, gab es bereits um die Jahrhundertwende zahlreiche ein- bis zweigeschoßige Gebäude. Bei vielen dieser Häuser in der Stammersdorfer Straße handelte es sich um alte Weinhauerhäuser, die den Charakter des Ortes entscheidend geprägt haben. Mit dem betreffenden Wohnbau wurde Ende der 1960er-Jahre eine freie Baufläche südlich davon erschlossen.

Die Architektur

Der Wohnbau liegt unweit der Stammersdorfer Straße und erstreckt sich von der Josef-Flandorfer-Straße in Richtung Süden. Die Anlage ist mit zwei Geschoßen relativ niedrig angelegt und fügt sich daher gut in die Umgebung ein. Im Norden und im Westen schließen noch unverbaute Grünflächen direkt an den Bau an.

Das Wohnhaus besteht aus zwei autonomen Baukörpern, die über einen offenen Hofbereich miteinander verbunden sind. Beide Wohntrakte sind auf einem rechteckigen Grundriss angeordnet und stehen parallel zueinander. Insgesamt vermittelt die Anlage einen schlichten und ruhigen Eindruck. Die Fassade gliedert sich in mehrere Fensterachsen, wobei die Öffnungen knapp in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Die Bereiche über den Stiegeneingängen sind durch eine einfarbige Fläche, die aus kleinen Fliesen zusammengesetzt ist, gekennzeichnet. Einzelne Balkone ergänzen die zurückhaltende Gestaltungsweise des Wohnbaus.

Der Name

Die Straße, in der dieser Wohnbau steht, ist nach Josef Flandorfer (1844-1920) benannt. Er besaß eine Gastwirtschaft in Stammersdorf und war in der Zeit von 1900 bis 1908 im Stammersdorfer Gemeinderat tätig.

Sanierung

von 2007 bis 2010

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2007 bis 2010 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wird mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.

Architekten

Hans Steindl - Hans (Johann) Steindl (1902-1972) studierte von 1920 bis 1924 bei Josef Frank und Josef Hoffmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Nach seinen Entwürfen wurden unter anderem für die Gemeinde Wien die Wohnhäuser Koppstraße 6 in Wien 16 (1952/53) und Josef-Flandorfer-Straße 75 in Wien 21 (1969/70) errichtet.

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