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Bessemerstraße 10-16

Fakten

Bessemerstraße 10-16

Bessemerstraße 10-16, 1210 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 128

Architekt: Rudolf Bazalka, Othmar Augustin

Weitere Adressen

Ostmarkgasse 50-54, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Straße, in der das heutige Wohnhaus steht, war im 19. Jahrhundert kaum verbaut. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Ostmarkgasse ein eingeschoßiges Wohnbau mit angeschlossenem Pferdestall errichtet. Auf dem Areal in der Bessemerstraße gab es damals vor allem Ackerland. Vor Baubeginn der Wohnhausanlage wurde der vorhandene Altbestand zur Gänze abgetragen.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den 1950er-Jahren besteht aus vier autonomen Bauteilen, die durch einen grünen Innenhof miteinander verbunden sind. Der erste Bauteil verläuft entlang der Bessemerstraße und weist einen rechteckigen Grundriss auf, wobei ein Teil risalitartig verschoben ist. Die drei anderen Bauteile erstrecken sich in Richtung Osten entlang der Ostmarkgasse und stehen parallel zueinander. Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage besticht durch die einfache Gestaltung und einheitliche Gliederung. Die glatte Fassade wird von gleichmäßig verteilten Fensterreihen durchbrochen. Farbige Wandflächen fassen einzelne Fenstergruppen zusammen und sorgen für eine Auflockerung der schlichten Anlage. Alle drei Bauteile verfügen über Balkone an den Hofseiten sowie über Satteldächer.

... und die Kunst

Die drei Bauteile entlang der Ostmarkgasse sind an der Schmalseite mit Glasmosaikwandbildern verziert. Die drei Darstellungen stammen von Josef Mikl, Kurt Moldovan und Hans Staudacher und tragen den Titel "Abstrakte Komposition" (1957/58).

Im südöstlichen Teil des Hofes befindet sich eine Natursteinplastik von Eduard Robitschko, die einen sitzenden Knaben mit einem Tier zeigt (1957-1959).

Der Name

Die Bessemerstraße ist seit 1901 nach dem englischen Ingenieur Henry Bessemer (1813-1898) benannt. Er war als Erfinder tätig und entwickelte vor allem technische Verfahren im Bereich der Stahlerzeugung.

Sanierung

von 2003 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.032.200 Euro, davon konnten 313.695 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Bazalka - Rudolf Bazalka (1916-2004) studierte von 1936 bis 1942 Architektur bei Franz Schuster und Carl Witzmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Als selbständiger Architekt entwarf Bazalka unter anderem die Gemeindebauten Kahlgasse 9-11 in Wien 21 (1952/53) und Bessemerstraße 10-16 in Wien 21 (zusammen mit Othmar Augustin, 1957-1959). Außerdem war er in einer größeren Architektengemeinschaft an der Errichtung der kommunalen Wohnhausanlage Goldschlagstraße 148-158 in Wien 14 beteiligt (ab 1951).

Othmar Augustin - Othmar Augustin (geb. 1923) studierte nach geleistetem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg an der Technischen Universität Wien. Schon während des Studiums arbeitete er im Atelier von Franz Sturm mit. Im Anschluss war er in einem Statikerbüro tätig und führte auch Überprüfungen für den Wiederaufbaufonds durch. Als selbständiger Architekt widmete sich Othmar Augustin vor allem dem Wohn- und Schulbau und erstellte diverse Ortsplanungen. Unter anderem war er an der Verbauung der Draschegründe in Wien 23 und des Eisenstadtplatzes in Wien 10 beteiligt. Seit 1995 ist Othmar Augustin in Pension.

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