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O'Brien-Gasse 26-30

Fakten

O'Brien-Gasse 26-30

O'Brien-Gasse 26-30, 1210 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 63

Architekt: Otto Nadel, Franz Zabza

Weitere Adressen

Voltagasse 45-51, 1210 Wien

Helmholtzgasse 2, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Wohnhaus steht auf den ehemaligen Ausläufern der Schwarzlackenau. Nach der Donauregulierung wurde das Gebiet trockengelegt. Bis 1930 befand sich auf dem Areal eine Holzbaracke mit drei Wohnungen, diese wurde im Zuge des Bauvorhabens abgetragen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage ist Bestandteil einer als Blockrandbebauung konzipierten, größeren Hofanlage und besteht aus zwei einander gegenüberliegenden Bauteile. Der an die O’Brien-Gasse grenzende Baukörper wurde von Franz Zabza geplant. Die Straßenfassade dominieren drei Eingangsportale, die jeweils in einer 15 cm tiefen Fassadennische liegen. Zusätzlich befinden sich in der Eingangsachse Dachaufbauten, welche die Eingänge über das Dachgesims hinaus betonen. Betonkratzputz definiert den etwa 1,50 m hohen Gebäudesockel. Darüber erheben sich drei Wohngeschoße, die durch Sohlbankgesimse an der Straßenfassade zu erkennen sind. Im Innenhof weist der Baukörper keine horizontale Gliederung auf. Zusätzlich unterscheidet sich die Innenhof- von der Straßenfassade vorwiegend durch die den beiden oberen Geschoßen vorgelagerten Rundbalkone. Die Fensteröffnungen der 3. Etage schließen mit einem Rundbogen ab.

Der zweite Baukörper - eine Eckverbauung in der Voltagasse/Helmholtzgasse - wurde von Otto Nadel geplant. Der Innenhof wird über eine überbaute Durchfahrt in der Voltagasse erschlossen. Im Bereich des Einfahrtportals springt der Baukörper etwa zwei Meter von der Straßenflucht zurück, wodurch der Eingangsbereich an Straßenraum gewinnt. Die Eckverbauung dominiert als eigenständiger Baukörper, der sich sowohl durch Vor- und Rücksprünge aus den Baufluchten als auch durch ein vertikales Durchbrechen der Traufenlinie manifestiert.

Der Name

Die Wohnhausanlage trägt den Namen der im Südosten angrenzenden Straße, die seit 1913 nach dem Generalmajor Johann Freiherr von O’Brien (1775-1830) benannt ist. Bei der Schlacht in der Schwarzlackenau im Jahr 1809 gelang es dem österreichischen Heer unter der Führung von O’Brien, die napoleonischen Soldaten zum Rückzug zu zwingen.

Sanierung

von 1998 bis 2002

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1998 bis 2002 saniert. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 918.800 Euro, davon konnten 331.176 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Otto Nadel - Otto Nadel (1894-1970) studierte von 1919 bis 1922 an der TH Wien. Bereits ab 1920 bis 1940 war er für das Stadtbauamt tätig. In dieser Zeit entstanden nach seinen Plänen mehrere Wohnhausanlagen und sein wohl bedeutendstes Werk, das Amalienbad in Wien 10 (zusammen mit Karl Schmalhofer). Noch nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1963 war Otto Nadel als selbständiger Architekt tätig und entwarf Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien.

Franz Zabza - Franz Zabza (1896-1933) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war bis zu seinem frühen Tod im Wiener Stadtbauamt tätig. Nach seinen Plänen wurden mehrere Gemeindewohnbauten errichtet. Der Margarethe-Hilferding-Hof (Leebgasse 100, Wien 10) ist wohl sein bedeutendstes Bauwerk.

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