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Aistgasse 8-30

Fakten

Aistgasse 8-30

Aistgasse 8-30, 1210 Wien

Baujahr: 1967-1969

Wohnungen: 380

Architekt: Richard Duschel, Fritz Oberdorfer, Rudolf Jarosch, Harald Woisetschläger, Adolf Svancar, Franz Zajicek, Leopold Töpfer, Wilhelm Foltin

Weitere Adressen

Kainachgasse 21-37, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Der Wohnbau befindet sich unweit der Grenze der Stadt Wien zur niederösterreichischen Ortschaft Gerasdorf. Das Gebiet zwischen der Nordbahnstraße (Thayagasse) und der niederösterreichischen Landesgrenze (Illgasse) wurde ab den 1930er-Jahren als Stadtrandsiedlung erschlossen. Mit dem Bau der betreffenden Wohnhausanlage in den 1960er-Jahren wurde die Bautätigkeit im Bereich der Nordrandsiedlung fortgesetzt.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt südlich der Gerasdorfer Straße und schließt direkt an die bestehenden Bauten der Nordrandsiedlung an. Der Wohnbau verläuft auf einem langgestreckten Areal zwischen der Aistgasse und der Kainachgasse und besteht aus mehreren autonomen Baublöcken. Die einzelnen Gebäude sind über rechteckigen Grundrissen angeordnet und werden durch begrünte Flächen und Wege miteinander verbunden. Die gesamte Anlage vermittelt aufgrund der schlichten Gestaltung einen ruhigen und ausgeglichenen Gesamteindruck. Die Häuser verfügen über vier Geschoße und werden von Giebeldächern abgeschlossen. Die Fassade gliedert sich in Fensterachsen, wobei die Öffnungen scharf in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Dazwischen sorgen Balkonachsen und die farbig betonten Stiegenaufgänge für eine gewisse Abwechslung. Die Wohnhausanlage ist mit mehreren Parkplätzen ausgestattet und mit Grünflächen angereichert. Neben zahlreichen Spielplätzen gibt es einen kleinen begrünten Hügel, der im Winter zur Rodelbahn umfunktioniert wird.

... und die Kunst

In den Höfen der Wohnhausanlage befinden sich mehrere Wegweiser, die von der Künstlerin Hilde Leiter 1970 entworfen worden sind. Die Glasmosaike auf Kunststeinquadern zeigen den Weg zum Spielplatz, zur Wiese oder zum Seniorentreff und machen die Bewohner auf unterschiedliche Verhaltensregeln aufmerksam.

Der Name

Ein Großteil der Verkehrswege im Bereich der Nordrandsiedlung ist nach österreichischen Flüssen benannt. Die Straße, in der der betreffende Wohnbau steht, trägt seit 1953 den Namen eines oberösterreichischen Gewässers. Die Aist erstreckt sich über das östliche Mühlviertel und mündet in der Nähe von Schwertberg in die Donau.

Sanierung

von 2011 bis 2016

Die Sanierung der Wohnhausanlage umfasste unter anderem die Instandsetzung des Dachs und des Dachstuhls, die Erneuerung der Fenster und Türen und die Dämmung der Fassade. Durch diese Maßnahmen werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Außerdem wurde ein Aufzug installiert und weitere Arbeiten an der Haustechnik und an den Außenanlagen vorgenommen.

Architekten

Richard Duschel - Richard Duschel (1921-2008) studierte von 1940 bis 1951 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Unter anderem war er für die Gemeinde Wien an den Plänen zur Wohnhausanlage Aistgasse 8-30 in Wien 21 (1967-1969) beteiligt.

Fritz Oberdorfer - Fritz Oberdorfer (1927-1992) studierte ab 1946 Architektur an der Technischen Universität Wien. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an den Planungen zum Hermine-Fiala-Hof in Wien 10, Troststraße 45a (1980-1982), und zur Wohnhausanlage Aistgasse 8-30 in Wien 21 (1967-1969) beteiligt.

Rudolf Jarosch - Rudolf Jarosch (1917-2004) war für die Gemeinde Wien vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Realisierung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa am Schrödingerhof in Wien 10, Gußriegelstraße 42-50 (1961-1963), und Landstraßer Hauptstraße 173-175 in Wien 3 (1953-1956).

Harald Woisetschläger - Harald Woisetschläger (geb. 1931 in Zlabings, Südmähren/Tschechien) kam 1945 mit seiner Familie nach Österreich, nachdem sie aus Tschechien vertrieben worden waren. Er absolvierte die Bundesgewerbeschule für Hochbau in Linz und ging danach nach Wien, um Architektur bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste zu studieren (Diplom 1955). Bereits während seiner Ausbildung arbeitete er im Atelier von Roland Rainer. 1957 machte er sich als Architekt selbstständig und beteiligte sich am Bau mehrerer Wohnhausanlagen. Woisetschläger hat unter anderem auch den Umbau der Kontrollbank Am Hof in Wien 1 und den der Bank für Tirol und Vorarlberg in den Tuchlauben in Wien 1 geleitet. Später hat er sich vor allem auf Industriebauten spezialisiert und war gemeinsam mit Gustav Peichl etwa für die Realisierung der Probebühnen des Burgtheaters im Arsenal in Wien 3, der Gestaltung des Bank-Austria Kunstforums auf der Freyung in Wien 1 und die Errichtung der Erdefunkstelle in Aflenz (Stmk.) verantwortlich.

Adolf Svancar - Adolf Svancar (1907-1978) ist 1927/28 als Student der Bildhauerei bei Eugen Steinhof an der Hochschule für angewandte Kunst nachweisbar. Über seine weitere Ausbildung gibt es keine Informationen. Für die Gemeinde Wien war Adolf Svancar an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig plante er etwa die Wohnhäuser Grundsteingasse 66 in Wien 16 (1978/79) und Stumpergasse 42 in Wien 6 (1975-1978).

Franz Zajicek - Franz Zajicek (1912-2006) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum technischen Zeichner im Atelier des Architekten Michael Mucha, bevor er 1933/34 an der Wiener Kunstgewerbeschule die Klasse für Bühnenbild und Inneneinrichtung von Oskar Strnad besuchte. Nach dem Studium machte er sich als Architekt selbständig, wobei er zu Beginn vor allem Ordinationen und Geschäftslokale einrichtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann er die Ausschreibung für die Umspannwerke der Gemeinde Wien, für deren Bau er ab 1955 verantwortlich war. Bereits 1945 war Franz Zajicek nach Wieselburg in NÖ gezogen, wo er später verschiedenste Bauaufgaben ausführte, unter anderem auch in Melk. Sein letzter großer Auftrag, bevor er 1982 in Pension ging, war die Planung und Realisierung der Hochbauten der Wiener Hauptkläranlage in Kaiserebersdorf (Wien 11, 1968).

Leopold Töpfer - Leopold Töpfer (1902-1981) studierte ab 1941 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem war er für die Gemeinde Wien an den Plänen zur Wohnhausanlage Aistgasse 8-30 in Wien 21 (1967-1969) beteiligt.

Wilhelm Foltin - Wilhelm Foltin (1890-1970) besuchte zunächst die Wiener Kunstgewerbeschule unter Josef Hoffmann. Bereits während dieser Zeit lieferte er Stoffentwürfe für die Wiener Werkstätte ab. Nach dreijährigem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg studierte er an der Akademie der bildenden Künste bei Alexander Popp und im Studienjahr 1930/31 war er außerdem als Hörer an der Technischen Hochschule Wien inskribiert. Am 1. August 1940 erwarb Foltin das Diplom eines "akademisch gebildeten Architekten" und erhielt ein Staatsreisestipendium über 1.000 RM für das Folgejahr. Von 1942 bis 1944 hatte er einen Lehrauftrag für Möbel- und Modellbau an der Akademie inne. Schwerpunkt seines Schaffens waren stilistisch von der Wiener Werkstätte geprägte Möbel und Wohnungseinrichtungen.

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