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Berzeliusgasse 9-13

Fakten

Berzeliusgasse 9-13

Berzeliusgasse 9-13, 1210 Wien

Baujahr: 1924-1925

Wohnungen: 134

Weitere Adressen

Edergasse 6-10, 1210 Wien

Kantnergasse 62-66, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Um die Jahrhundertwende gab es auf dem Gebiet des heutigen Wohnbaus ausschließlich unbebautes Ackerland. In den 1920er-Jahren wurden östlich der Brünner Straße, im Anschluss an die Wohnhäuser des städtischen Gaswerks, von einem Architektenteam mehrere Wohnhausanlagen errichtet. Nachdem der betreffende Wohnbau im Zweiten Weltkrieg zum Teil beschädigt worden war, wurde in den 1950er-Jahren der Wiederaufbau veranlasst.

Die Architektur

Der Wohnbau liegt östlich der Brünner Straße und schließt direkt an zwei weitere Wohnbauten, die zur selben Zeit errichtet wurden, an. Alle drei Anlagen wurden von einem Architektenteam entworfen und verfügen über die gleiche Gestaltungsweise. Die einzelnen Gebäude unterscheiden sich lediglich in der Farbgebung und durch verschiedene Grundrisse. Alle drei Bauten zählen aufgrund der einzelnen Gestaltungselemente zum so genannten Heimatstil.

Der betreffende Wohnbau verläuft auf einem U-förmigen Grundriss entlang der Berzeliusgasse, der Edergasse und der Kantnergasse und schließt einen Innenhof mit einem Mitteltrakt ein. Flache Erker, Gesimse und spitze Giebel sorgen für eine lebendige Gliederung. Alle Stiegenhäuser sind von den Straßenseiten aus zugänglich. Füllhörner mit Taubenpärchen schmücken die Eingänge.

Der Name

Die Berzeliusgasse wurde 1914 nach dem schwedischen Chemiker Johann Jakob Freiherr von Berzelius (1779-1848) benannt. Er gilt als Vater der modernen Chemie, verfasste unter anderem ein Lehrbuch der Chemie und bestimmte die Atomgewichte.

Sanierung

von 2003 bis 2005

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2005 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 4.130.300 Euro, davon konnten 2.787.953 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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