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Brünner Straße 130-134

Fakten

Brünner Straße 130-134

Brünner Straße 130-134, 1210 Wien

Baujahr: 1924-1925

Wohnungen: 106

Weitere Adressen

Edergasse 4, 1210 Wien

Kantnergasse 57-65, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Brünner Straße war gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur stellenweise verbaut. Nahe dem Floridsdorfer Zentrum gab es vereinzelt Wohngebäude und stadtauswärts hatten sich einige Fabriken angesiedelt. In den 1920er-Jahren wurden östlich der Brünner Straße mehrere Wohnhausanlagen von einem Architektenteam geplant und ausgeführt.

Das Areal des heutigen Wohnbaus bestand vor allem aus unbebautem Ackerland. Die Gebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zum Teil stark beschädigt. In den 1950er-Jahren wurde daher mit dem Wiederaufbau der Stiegen 8 und 9 begonnen. Seit 2003 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Der Wohnbau ist der dritte Teil einer Reihe von Wohnhausanlagen, die östlich der Brünner Straße in den 1920er-Jahren von einem Architektenteam entworfen wurden. Die Anlage führt die Bauweise der ersten beiden Teile und auch der benachbarten Volkswohnhäuser für die Arbeiter des Gaswerks Leopoldau fort. Sie verläuft auf einem U-förmigen Grundriss entlang der Brünner Straße, der Edergasse und der Kantnergasse und schließt einen Innenhof mit einem Mitteltrakt ein. An der Ecke Brünner Straße/Edergasse grenzt der Bau direkt an eine ältere Randverbauung. Die Anlage fällt vor allem durch die charakteristische rote Putzfärbung auf. Flache Erker, Gesimse und spitze Giebel sorgen für eine lebendige Gliederung. Alle Stiegenhäuser sind von der Straße aus begehbar. Die Eingänge werden von Füllhörnern mit Taubenpärchen geschmückt.

Der Name

Die Brünner Straße wurde 1736 aus wirtschaftlichen Gründen als Reichsstraße nach Mähren angelegt und lange Zeit als Mährische Straße oder Floridsdorfer Hauptstraße bezeichnet. Seit 1904 ist sie nach der mährischen Hauptstadt Brünn benannt.

Sanierung

von 2000 bis 2003

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 und 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.126.900 Euro, davon konnten 191.573 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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