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Kapaunplatz 7

Fakten

Kapaunplatz 7

Kapaunplatz 7, 1200 Wien

Baujahr: 1950-1953

Wohnungen: 816

Weitere Adressen

Aignerstraße 7-9, 1200 Wien

Griegstraße 5, 1200 Wien

Wehlistraße 16-22, 1200 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Zwischen der Nordbrücke und der Floridsdorfer Brücke dehnten sich um 1900 Aulandschaften aus, war doch das Gebiet regelmäßig von Überschwemmungen bedroht und als Siedlungsgebiet wenig geeignet. Mit der ersten Donauregulierung 1875 verbesserte sich die Situation. Die Wohnhausanlage am nördlichen Kapaunplatz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und ist eine Erweiterung einer der größten Wiener Wohnhausanlagen des "Roten Wien", der 1930 - 1933 von Rudolf Perco errichteten Wohnstadt am Friedrich-Engels-Platz. Diese Anlage, die auf dem Gebiet der früheren Donau-Auen geplant war, sollte ursprünglich 2.300 Wohnungen umfassen. Die Stadtgemeinde musste den Umfang der Wohnhausanlage jedoch aus Kostengründen reduzieren. Als nach 1945 die Wohnungsnot immer drängender wurde, entschloss man sich, die bestehende Anlage nach abgeänderten Plänen großflächig nördlich und östlich des Kapaunplatzes zu erweitern. In der Folge wurden zwischen 1950 und 1953 die Wohnhausanlagen Kapaunplatz 4 - 6 und 7 gebaut.

Die Architektur

Die große Wohnhausanlage entstand in drei Bauabschnitten und wurde auf einem bis dahin unbebauten rechteckigen Grundstück zwischen Aignerstraße, Griegstraße, Robert-Blum-Gasse und Wehlistraße errichtet. An der Wehlistraße befindet sich eine künstliche Böschung als Hochwasserschutz, denn die zweite Donauregulierung wurde erst 1972 gebaut. Entlang der Griegstraße und der Robert-Blum-Gasse wählten die Architekten Blockrandbebauung (Bauteil I und II) um einen begrünten Innenhof, während zur Wehlistraße hin fünf Riegelbauten über hakenförmiger Grundfläche (Bauteil III) angeordnet sind. Sämtliche Gebäude sind fünfgeschoßig mit Walm- oder Satteldächern. Der Größe der Anlage mit über 700 Wohnungen entsprechen die Baumassen der Straßenfronten. Wuchtig wirken die glatt geputzten Fassaden, deren sparsame Gliederung im Wesentlichen mit zum Teil farblich abgesetzten Putzfaschen um die Fenster auskommt. An den ähnlich einfach gestalteten hofseitigen Fassaden befinden sich oberhalb der Eingangstüren rechteckige Reliefs. An den Riegelbauten sind kleine kubische Balkone an die Fassade gesetzt. Zeittypische, an den Gebäudekanten übereck geführte Balkone ermöglichen an der Seite Wehlistraße den Bewohnern den Blick auf die Donau. An der Griegstraße ist die Zufahrt zu den Höfen über eine offene Zugangssituation mit steinerner Pergola und durch einfache Tordurchfahrten möglich. Treppenanlagen überbrücken die Niveauunterschiede zwischen den einzelnen Wohnhäusern im Innenhof.

... und die Kunst

Die insgesamt 16 Hauszeichen oberhalb der jeweiligen Hauseingänge sind Reliefs aus Kunststein und die Werke der folgenden Künstler: Florian Josephu, Elisabeth Ziska, Joseph Tautenhayn, Anton Endstorfer, Karl Perl, Margarete Markl, Hugo Kirsch.

Der Name

Der Kapaunplatz ist benannt nach Ing. Dr. Franz Kapaun (1851-1929), der Bauleiter und Direktor der Wiener Gaswerke war.

Sanierung

von 2010 bis 2013

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1989 bis 1991 erfolgten der Anschluss an die Fernwärme Wien und der Einbau von Aufzügen. In den Jahren 2010 bis 2013 wurde eine umfassende Sockelsanierung durchgeführt: Das Dach wurde neu gedeckt und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie der Fassade und durch die Dämmung der obersten Geschoßdecke sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

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