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Leystraße 19-21

Fakten

Leystraße 19-21

Leystraße 19-21, 1200 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 384

Architekt: Rudolf Perco

Weitere Adressen

Kapaunplatz 3, 1200 Wien

Robert-Blum-Gasse 4, 1200 Wien

Aignerstraße 3, 1200 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, war bis zur Donauregulierung 1870-1875 zu großen Teilen eine Aulandschaft mit Fasangarten, den Josef II. 1775 gemeinsam mit dem Augarten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Das Gebiet wurde anfangs hauptsächlich von Fischern, Jägern und Holzfällern bewohnt, später kamen Gärtner und Wirte hinzu. Im 19. Jahrhundert begann man mit dem Anlegen von Küchengärten sowie mit der Ansiedelung der ersten Fabriken. Zu dieser Zeit setzte eine Verbauung des Landes ein, die freilich bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges keineswegs flächendeckend war. Baulücken wurden in großem Umfang erst durch den kommunalen Wohnbau der Ersten Republik geschlossen. Im Jahr 1900 wurde die Umgebung des Gemeindebaus von der Leopoldstadt getrennt und als eigenständiger Bezirk eingerichtet.

Die Architektur

Der Wohnkomplex stellt die Randverbauung einer monumentalen Anlage dar, die an Otto Wagners "Idealplan zur Stadterweiterung des XXII. Bezirks" oder dessen frühes Studienprojekt "Artibus" anschließt. Es handelt sich um eine Wohnstadt, in der von Beginn an zahlreiche sozialen und infrastrukturellen Bedürfnissen dienende Einrichtungen vorgesehen waren. Der nur zum Teil fertig gestellte, später erweiterte Bau ist auf kreuzaxialem Grundriss errichtet. Die Symmetrie der Architektur wird unter anderem durch beiderseits des Torbaus ausgeformte Wohntürme mit vorgesetzten Balkongruppen und emporstrebenden Pfeilern betont und im Zentrum der Anlage um den zugebauten Binnenhof Kapaunplatz durch zwei einander kreuzende Hauptachsen sichtbar gemacht. Die orthogonalen Bezugsachsen geben die Blickrichtung vor. Im Stil ist die Architektur insgesamt der Großstadtidee des ausgehenden 19. Jahrhunderts verpflichtet.

Den Komplex in der Leystraße charakterisiert die schmale, halbrund vorkragende Horizontalgliederung, die über und unterhalb der hochrechteckigen Fenster durchläuft. Rhythmisch angeordnete Balkone bestimmen das Erscheinungsbild der Front. Das Erdgeschoß wird durch einen von der Grundfarbe des Hauses differenzierten Sockel definiert. Eine massive Steinrahmung, die ein mittig ornamental unterteiltes Vordach aufweist, umgibt den Eingang zum Hof der Anlage. Das Mauerwerk der Front ist mehrmals versetzt und weist einachsige Ausbauten auf.

Der Name

Benannt wurde der Straßenzug 1884 nach Konrad Ley (1801-1881). Er war von 1862 bis 1874 Bezirksvorsteher der Leopoldstadt.

Sanierung

von 1997 bis 1999

Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte bereits 1988/89 im Zuge von Sanierungsmaßnahmen. In den Jahren 1997 bis 1999 wurde eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurden ein neuer Spielplatz errichtet. Im Dachgeschoß entstanden 41 neue Wohnungen. Die Kosten beliefen sich auf 13.713.217 Euro, davon konnten 9.146.688 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Perco - Rudolf Perco (1884-1942) war bereits in verschiedenen Architekturbüros tätig, bevor er von 1906 bis 1910 an der Akademie der bildenden Künste Wien studierte und die Meisterschule von Otto Wagner besuchte. Schon früh konnte er einige repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser, wie etwa den Fürstenhof (Praterstraße 25, Wien 2; 1913) realisieren. Aufgrund der schlechten Auftragslage nach dem Ersten Weltkrieg, begann er ein Jurastudium, das er 1924 abschloss. Erst im Zuge des Wohnbauprogramms der Gemeinde Wien konnte er wieder große Projekte wie die Wohnhausanlage Am Engelsplatz (Wien 2, 1929-1933) realisieren.

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