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Hutweidengasse 64

Fakten

Hutweidengasse 64

Hutweidengasse 64, 1190 Wien

Baujahr: 1977-1979

Wohnungen: 51

Architekt: Roland Wagner

Weitere Adressen

Weinberggasse 87, 1190 Wien

Börnergasse 4-8, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

In der Krottenbachstraße und einigen Querstraßen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet, sodass hier ein Viertel entstand, das vorwiegend durch städtische Wohnhausanlagen geprägt ist, anhand derer sich die Entwicklung dieser Architektur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gut nachvollziehen lässt. Vielfach wurden im Zuge dieser Bautätigkeit Nebenstraßen neu angelegt, als man bis dahin unverbaute Gründe erschloss. Bei diesem Bauwerk handelt es sich um einen der letzten hier errichteten Gemeindebauten.

Die Architektur

Die aus zwei Baublöcken bestehende Anlage wurde auf einem Grundstück, das an den Schmalseiten von der Hutweidengasse und der Weinberggasse, an der Längsseite von der Börnergasse begrenzt wird, errichtet. Die durchwegs dreigeschoßigen Gebäude sind auf allen Seiten hinter die Baulinien zurückgesetzt, sodass sie rundum von Gärten umgeben sind. Von der Börnergasse aus führt ein Zugang zu einem kleinen Platz, der durch Blumenrabatte, eine Sandkiste und eine Skulptur als Piazza gestaltet ist und zum Verweilen einlädt. Wegen des von der Hutweidengasse zur Weinberggasse ansteigenden Geländes sind die einzelnen Trakte der Anlage zueinander jeweils um ein halbes Geschoß nach oben versetzt. Die Fassaden werden durch großzügige Loggien dominiert, denen Blumenwannen vorgelagert sind.

... und die Kunst

Die Messingplastik mit dem Titel "Urauge" des 1942 geborenen Künstlers Hannes Turba thematisiert in der für ihn charakteristischen Weise das Figürliche in der Welt der Gegenwart.

Der Name

Die Hutweidengasse wurde 1874 nach einem alten Flurnamen benannt, der eine Viehweide bezeichnete, auf der die Weidetiere gehütet wurden.

Sanierung

von 1999 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1999 bis 2001 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 497.300 Euro, davon konnten 165.766 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Roland Wagner - Roland Wagner, geboren 1920, studierte Architektur an der Technischen Universität in Graz und schuf als freier Architekt vorwiegend Wohn- und Schulbauten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen eine Eigenheimsiedlung in Laxenburg, der Umbau der Villa Primavesi in Wien 13, Gloriettegasse, die Bundesfachschule für Höhere wirtschaftliche Berufe in Krieglach sowie das Gewerkschaftsheim in Prein/Rax. Beim Wettbewerb des Bundesministeriums "Wohnen morgen" wurde ihm der 1. Preis zuerkannt.

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