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Krottenbachstraße 106

Fakten

Krottenbachstraße 106

Krottenbachstraße 106, 1190 Wien

Baujahr: 1965-1966

Wohnungen: 294

Architekt: Otto Ceska, Harald Bauer, Anton Wiltschnig, Gustav Michenthaler, Karl Vodak sen., Franz Wafler sen., Robert Gerlach

Weitere Adressen

Gugitzgasse 1, 1190 Wien

Gustav-Pick-Gasse 2, 1190 Wien

Börnergasse 1, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Krottenbachstraße und einigen Querstraßen errichtete die Stadt Wien nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Wohnhausanlagen, wobei in diesem Fall bis dahin unverbaute Gründe neu erschlossen wurden. Bei der Planung dieses Gemeindebaus wurde hier ein Wachzimmer der Polizei vorgesehen, welches bis heute existiert. Die bereits in den Originalplänen projektierte Ladenzeile wurde zunächst nicht ausgeführt, einige Jahre später kam es jedoch dann auch noch zur Errichtung dieses Nahversorgungszentrums.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus 24 viergeschoßigen Wohnhäusern, die in acht Zeilen zu jeweils zwei bis vier Stiegen angeordnet sind. Mit einem umlaufenden Vorgarten umgeben, stehen die Bauteile in einem parkähnlichen Gelände, in welchem mehrere Spielplätze angelegt sind. Nach Süden und Osten zu verfügen die Wohnungen über Balkone bzw. Loggien. Die Stiegenhäuser wurden nord- bzw. westseitig angelegt und zeigen die zeittypische Gestaltungsweise, indem sie als sehr flacher Risalit leicht aus der Fassade hervor treten und durch abweichende Farbgebung zusätzlich betont werden. Ebenfalls farblich differenziert wurden die Sockel, welche zudem mittels gröberen Verputzes und einer Nut deutlich von dem darüber liegenden Mauerwerk abgesetzt sind.

... und die Kunst

Eduard Robitschko schuf die Reliefwand mit dem Motiv "Befreiung von der Türkenbelagerung 1683", welche, von der an der Straße gelegenen Ladenzeile kommend, den Übergang in den Bereich der Wohnhausanlage markiert.

Der Name

Die Krottenbachstraße stellt die Hauptverbindung zwischen Oberdöbling und den Weinbauorten Salmannsdorf und Neustift her, sie hieß deshalb bis zur Eingemeindung dieser Heurigendörfer Neustiftgasse. 1894 wurde sie nach dem hier verlaufenden Krottenbach benannt, der seit 1908 eingewölbt ist.

Architekten

Otto Ceska - Otto Ceska (1924-2002), dessen Eltern nach dem Ersten Weltkrieg aus Tschechien nach Wien kamen, studierte von 1945 bis 1949 an der Technischen Hochschule in Prag. Nach dem Abschluss kehrte er nach Wien zurück, wo er zunächst mit Anton Wiltschnig zusammenarbeitete und später eine Bürogemeinschaft mit Karl Musil gründete, die bis zu seiner Pensionierung bestand. Nach ihren Plänen wurden zahlreiche Wohnbauten in Wien realisiert. Die beiden letzten Wohnhäuser, Anton-Böck-Gasse 4 in Wien 21 (1991-93) und Promenadengasse 44 in Wien 17 (1991-92), wurden vom Architekturbüro seiner Tochter Eva Ceska (Ceska & Priesner) ausgeführt. Otto Ceskas prominentestes Bauwerk ist allerdings das Lenau-Hochhaus in Linz (1957/59).

Harald Bauer - Harald Bauer (1901-1990) sammelte zunächst Baupraxis im Büro seines Vaters Leopold Bauer, bevor er von 1926 bis 1928 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Clemens Holzmeister studierte. Nach seinem Studium ging er nach Opava (Mährisch-Troppau), wo er bis 1938 als freischaffender Architekt tätig war. Während des Zweiten Weltkrieges wurden mehrere Industrie- und Militäranlagen nach seinen Entwürfen ausgeführt. Ab 1946 war Bauer als Architekt in Österreich ansässig. Neben mehreren Wohnbauten, die er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften ausführte, plante er auch mehrere Kraftwerksbauten für die Donaukraftwerke A.G., wie etwa das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen (mit Helmut Hitzginger).

Anton Wiltschnig - Anton Wiltschnig (1913-1977) plante unter anderem für die Gemeinde Wien zusammen mit Franz Wosatka die Wohnhausanlage Darnautgasse 10 in Wien 12 (1953), in einer großen Arbeitsgemeinschaft war er auch an der Realisierung der Anlage Krottenbachstraße 106 in Wien 19 (1965/66) beteiligt. In Wien 14 wurde die Neuapostolische Kirche, Hochsatzengasse 11 (1969), nach seinen Plänen errichtet.

Gustav Michenthaler - Gustav Michenthaler (1923-1965) studierte von 1947 bis 1953 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Unter anderem war er für die Gemeinde Wien an den Entwürfen zur Wohnhausanlage Krottenbachstraße 106 in Wien 19 (1965-1966) beteiligt.

Karl Vodak sen. - Karl Vodak sen. (1914-2000) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule unter anderem bei Josef Hoffmann. Für die Gemeinde Wien entwarf er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere Bauwerke, wie unter anderem die Wohnhäuser Damböckgasse 3-5 in Wien 6 (mit Paul Ehrenzweig, 1957/58), Untere Augartenstraße 1-3 in Wien 2 (mit Alfred Chalusch, 1953/54) und Hausergasse 3-7 in Wien 10 (mit Rudolf Wawrik, 1956-1957). Die Wohnhausanlage Degengasse 7 in Wien 16 (1949/50) plante Vodak alleine.

Franz Wafler sen. - Franz Wafler sen. (1915 - 2002) studierte während des Zweiten Weltkriegs Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Er eröffnete sein eigenes Büro kurz nach 1945. Seine beiden Söhne, Wilfried und Franz, traten in das Büro des Vaters ein und führten es auch nach seinem Tode weiter. Franz Wafler sen. war vorwiegend für Wohnbaugenossenschaften tätig: Siedlungswerk - An den Langen Lüssen, Wien 19; Sozialer Wohnbau (450 Wohnungen) - Hardeggasse, Wien 22 sowie Terrassensiedlung, Wien 14. Für die Gemeinde Wien errichtete Franz Wafler sen. unter anderem ein Haus in der Margaretenstraße 46.

Robert Gerlach - Robert Gerlach (1887-1960) studierte an der Kunstgewerbeschule bei Josef Hoffmann. Nach seinem Studium war er zunächst als Innenarchitekt tätig und arbeitete in den Werkstätten Hagenauer und Bramberger. Erst später entstanden nach seinen Plänen auch Privathäuser sowie kommunale Wohnbauten. In Ottakring war Gerlach am Bau mehrerer NS-Volkswohnhäuser beteiligt.

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