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Börnergasse 15

Fakten

Börnergasse 15

Börnergasse 15, 1190 Wien

Baujahr: 1963-1964

Wohnungen: 74

Architekt: Anton (Toni) Lenhardt

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Diese Anlage wurde nach Abbruch kleinerer Nebengebäude, die zu den benachbarten Tennisplätzen gehört hatten, auf bis dahin weitgehend unverbautem Grund errichtet. Die Sportanlage existiert heute noch, auch wurden schon bei der Erbauung im Keller eines der Wohnhäuser Duschen und Umkleideräume für den Union Tennisclub eingeplant. Bei ihrer Errichtung hatte die Anlage die Adresse Börnergasse 4, im Verlauf der 1960er-Jahre wurden jedoch die Orientierungsnummern in diesem Straßenzug geändert.

Die Architektur

Diese Wohnhausanlage wurde auf einem leicht zur Sieveringer Straße hin abfallenden Terrain errichtet, zur Börnergasse hin verläuft ein Vorgarten und zwischen den Häusern ist das Gelände als Park mit eindrucksvollem Baumbestand, Sitzgruppen und Beeten gestaltet. Die Anlage besteht aus insgesamt acht gekuppelten Häusern, die zu vier Zweiergruppen zusammengefasst sind. Die durchwegs dreigeschoßigen Gebäude weisen an den Südfronten Balkone und französische Fenster auf, die Hauseingänge und darüber verlaufenden Stiegenhäuser wurden nach Norden angelegt. Zeittypisch ist die Gestaltung der Fassaden, die ausschließlich durch variierende Fenstergrößen und -formate strukturiert sind. In ihren glatten Mauerflächen sitzen die Fenster ohne jede Rahmung, lediglich die Sockel wurden durch gröberen Verputz und Nuten von dem darüber liegenden Mauerwerk optisch abgesetzt. An der rechten Grundgrenze findet sich ein Autoabstellplatz für die Bewohner der Anlage.

... und die Kunst

Im Vorgarten zur Börnergasse vor dem Haus mit den Stiegen Nr. 7 und 8 wurde unter der Beschriftung des Gemeindebaus die Zementgussplastik "Vier Pinguine" von Walter Auer aufgestellt.

Der Name

Der Straßenzug wurde 1958 nach Wilhelm Börner (1882-1951) benannt. Dieser Arzt, Schriftsteller und Pädagoge engagierte sich für die Idee der Volksbüchereien und wurde nach dem "Anschluss" 1938 wegen seiner Gesinnung in einem Konzentrationslager inhaftiert. Durch Interventionen konnte jedoch seine Freilassung erwirkt werden, sodass Börner in die USA emigrierte, von wo er 1948 zurückkehrte.

Sanierung

von 2000 bis 2000

Bei der Wohnhausanlage konnten im Jahr 2000 durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Anton (Toni) Lenhardt - Anton Lenhardt (1919-1997) war für die Gemeinde Wien an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt. Unter anderem plante er den Professor-Rudolf-Boeck-Hof in Wien 23, Dr.-Barilits-Gasse 2-4 (1958/59), und das Wohnhaus Börnergasse 15 in Wien 19 (1963/64).

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