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Sickenberggasse 1-5

Fakten

Sickenberggasse 1-5

Sickenberggasse 1-5, 1190 Wien

Baujahr: 1961-1963

Wohnungen: 35

Architekt: Franz Peydl

Weitere Adressen

Greinergasse 28, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Wo sich heute das städtische Wohnhaus befindet, nämlich auf der Liegenschaft der wahrscheinlich schon seit der Renaissance zusammengehörenden Grundstücke Sickenberggasse 1 - 3 und Greinergasse 28, lässt sich der Bestand einer alten Mühle, der so genannten "Oberen Mühle" nachweisen. Unmittelbar unterhalb befand sich in der Sickenberggasse 5 die "Untere Mühle". Der Nußdorfer Bach folgte der Greinergasse und mündete für geraume Zeit unterhalb der heutigen Kreuzung Boschstraße/Grinzinger Straße in den Heiligenstädter Wasserlauf. Einige Zeit später war in der Greinergasse, auf der Höhe der Hausnummern 31 und 33, die damalige Volks- und Jugendbücherei untergebracht.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus drei etwas versetzten Baublöcken mit insgesamt fünf Stiegen, die sich entlang der Sickenberggasse und Greinergasse formieren und dem leicht abschüssigen Straßenverlauf folgen. Die großzügige Grünfläche im Inneren der Anlage nimmt die erforderlichen Einstellplätze auf, die Durchfahrt in den Hof befindet sich in der Sickenberggasse, wo sich auch der mittig gelegene, mit Efeu bewachsene Durchgang zu den rückseitigen Stiegenhäusern befindet. Die Anlage ist dreigeschoßig und weist an der Vorderseite des ersten Wohntraktes mit Blick nach Süden zweigeschoßige und einachsige Balkonreihen auf. Hervorstechendes Merkmal des Baublockes in der Greinergasse ist die kubusförmige Gebäudeecke mit den eingeschnittenen Balkonen, die an die Architektur der 1930er-Jahre erinnert. Im Inneren der Anlage wird die gleichförmige Achsenreihung der Sprossenfenster fortgesetzt, lediglich die Öffnungen der Stiegenhauskerne stören die Uniformität der rhythmisch gesetzten Fassaden. Treppenkonstruktionen überwinden das abschüssige Terrain, während einfache Satteldächer für den krönenden Abschluss sorgen.

... und die Kunst

Vom Maler und Radierer Otto Trubel (1885 - 1966) stammt das 2,5 mal 1,5 Meter hohe Keramikrelief mit dem Namen "Sonnenuhr", das an der Hauswand in der Sickenberggasse angebracht wurde. Das Wandbild zeigt die zwölf Sternzeichen, die sich in blauer Ummantelung um die gemalte Sonnenuhr formieren.

Etwas weiter rechts und versteckt zwischen hohen Fichten findet man eine aus Stein gefertigte Figur, die zwei Frauen, Mutter und Kind, in inniger Umarmung zeigt. Die Figur stammt laut Signatur (R. Ullmann 1962) vom österreichischen Bildhauer Robert Ullmann (1903 - 1966).

Der Name

Die Sickenberggasse, die bis 1873 unter den Namen Fabrikgasse und Kirchengasse, dann bis 1894 als Donaustraße geläufig war, verdankt ihren Namen dem Großindustriellen Franz Sickenberg (1810 - 1885), der in Nußdorf eine Färberei und eine chemische Putzerei unterhielt.

Sanierung

von 2010 bis 2011

Im Zuge von 2010/11 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen wurde die Wohnhausanlage unter anderem mit einem Wärmedämmverbundsystem, neuen Holz-Alu-Fenstern sowie einer Dachbodendämmung versehen. Dadurch wurden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.

Architekten

Franz Peydl - Franz Peydl (1907-1977) studierte bei Siegfried Theiß an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1933 promovierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er vor allem am Wiederaufbau zerstörter Wohn- und Geschäftshäuser in der Wiener Innenstadt mit. Peydl gewann aber auch den 1. Preis beim Wettbewerb für die Werksiedlung der NEWAG in Ottenstein (NÖ), die er auch ausführte. Gemeinsam mit dem Architektenbüro Theiß & Jaksch plante er mehrere Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien, wie etwa den Ernest-Bevin-Hof in Wien 17 (1956/58).

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