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Cottagegasse 65

Fakten

Cottagegasse 65

Cottagegasse 65, 1190 Wien

Baujahr: 1958-1959

Wohnungen: 57

Architekt: Heinrich Schmid

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Diese großzügige Anlage wurde in der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg in einem noblen Villenviertel errichtet. Dadurch konnte auch Bevölkerungsgruppen, für die dies bis dahin unmöglich gewesen wäre, ein Leben in Grünruhelage ermöglicht werden - bei gleichzeitig guter infrastruktureller Versorgung und Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz.

Die Architektur

Das Gelände, auf dem die Anlage errichtet wurde, steigt in Richtung Türkenschanzpark an, weshalb die Bauten von der Cottagegasse aus über einige Stufen zu erreichen sind. Auf der Seite zur Marianne-Schönauer-Terrasse findet sich auch ein barrierefreier Zugang. Der Gemeindebau umfasst fünf Stiegen, davon zwei gekuppelte, die locker auf dem weitläufigen Areal verteilt sind. Im Garten gibt es mehrere Spielplätze und Sitzgelegenheiten. Dominierend ist der Eindruck, den der vielfältige, alte Baumbestand und die liebevolle Gartengestaltung hinterlassen.

Die Fassadengestaltung wirkt hingegen sehr zurückgenommen. Über den leicht zurückspringenden Sockeln, die durch die dunkle Farbgebung des neuen Anstrichs betont werden, liegen glatte Mauerflächen. Diese sind lediglich durch die Fenster strukturiert, welche keinerlei Rahmung aufweisen. Die Haustüren zeigen ebenfalls eine zeittypische Gestaltungsweise: Sie sind mehrfach nach innen abgestuft und mit kleinen Vordächern versehen.

... und die Kunst

An der hinteren Grundstücksgrenze stehen fünf mosaikverkleidete Kunststeinsäulen für das Spiel "Vater, Vater, leih mir d’Scher", die von der Künstlerin Ilse Pompe gestaltet wurden.

Der Name

Die Cottagegasse trägt diesen Namen seit 1886, sie wurde nach dem Cottageviertel benannt. Die Bezeichnung verweist auf die englischen Vorbilder dieser ab 1872 auf Initiative des Architekten Heinrich von Ferstel angelegten Siedlung. Der Cottage-Bauverein errichtete rund 350 Einfamilienhäuser; ähnliche Anlagen entstanden in Hütteldorf, Ober St. Veit und Hetzendorf.

Sanierung

von 2004 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 und 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 720.800 Euro, davon konnten 164.389 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Heinrich Schmid - Heinrich Schmid (1885-1949) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er die Meisterschule Otto Wagners besuchte. 1912 eröffnete er mit seinem Studienkollegen Hermann Aichinger ein gemeinsames Atelier in Wien, das bald zu einem der führenden Architekturbüros der Zwischenkriegszeit wurde. Neben zahlreichen Wohnhausanlagen wie etwa dem Rabenhof (Wien 3) und dem Julius-Popp-Hof (Wien 5) wurden auch das Hanusch-Krankenhaus (Wien 14, Heinrich-Collin-Straße 30) und das Österreichische Verkehrsbüro (Wien 1, Friedrichstraße 7) nach ihren Entwürfen errichtet.

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