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Hutweidengasse 23-27

Fakten

Hutweidengasse 23-27

Hutweidengasse 23-27, 1190 Wien

Baujahr: 1956-1958

Wohnungen: 110

Architekt: Oskar Payer, Maximilian (Max) Bauer, Karl Hartl, Albrecht F. Hrzan

Weitere Adressen

Saileräckergasse 8-14, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau befindet sich zwischen der Hutweidengasse und der südlich davon verlaufenden Krottenbachstraße. Der Großteil der Wohnbauten in der Hutweidengasse und den umliegenden Querstraßen stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Am Beginn der Hutweidengasse gibt es noch Reste der vorstädtischen Verbauung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Die Krottenbachstraße folgt dem Tal des ehemaligen Krottenbaches, der 1908 eingewölbt wurde. Auch hier gibt es bis auf wenige Ausnahmen vor allem Wohnbauten aus der Nachkriegszeit.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage besteht aus fünf langgestreckten Wohnblöcken, die an der Hutweidengasse, beidseitig der Saileräckergasse und an der Krottenbachstraße liegen. Ein Bauteil liegt im Innenhof zwischen Hutweidengasse und Saileräckergasse. Die Blöcke stehen parallel zueinander und sind über Durchgänge und gemeinsame Innenhöfe miteinander verbunden. Alle Wohnungen werden vom Innenhof aus erschlossen. Die Gebäude schließen zum Teil direkt an die benachbarten Wohnbauten an, wodurch sie fließend in die umliegende Verbauung eingebunden werden. Die glatten Fassaden werden von regelmäßigen Fensterachsen gegliedert, die Öffnungen sind mit einer schlichten Rahmung versehen. Stellenweise sind einfache Balkone angebracht, die den strengen Gesamteindruck des Wohnbaus auflockern. Zum Teil sind die Wohnblöcke mit einem ausgebauten Dachgeschoß ausgestattet, das an den unterschiedlich großen Dacherkern erkennbar ist.

... und die Kunst

An den hofseitigen Fassaden werden die Eingänge zu den einzelnen Stiegenhäusern durch unterschiedliche Darstellungen in Mosaiktechnik oder in Marmorintarsia akzentuiert. Die Bilder zeigen bis auf eine Hirtenfigur ausschließlich verschiedene Tiermotive und wurden 1957 von mehreren Künstlern angefertigt. Die Tiermotive stammen von Maria Szeni (Hirte mit Schafen, Schafe auf der Weide), Hermann Bauch, Leopold Birstinger, Erna Grünseis Frank (Hahn und Henne, Kuh und Kalb), Alfred Kirchner (Kühe auf der Weide), Otto Swoboda und Therese Schütz-Leinfellner (Pferde).

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, trägt seit 1874 den Namen Hutweidengasse. Die Bezeichnung leitet sich von einem alten Flurnamen ab, der für landwirtschaftliche Flächen benutzt wurde. Das Vieh wurde im Sommer auf die Hutweide gebracht, aber nicht eingezäunt, sondern von einem Hirten behütet.

Sanierung

von 2016 bis 2018

Die Wohnhausanlage wird in den nächsten Jahren saniert. Unter anderem werden das Dach saniert, die Fenster und Türen getauscht bzw. erneuert und eine Fassadendämmung vorgenommen. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung gesenkt.

Architekten

Oskar Payer - Oskar Payer (1903-1973) erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er die Staatsgewerbeschule in Wien besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die Funktionalität der Wohnung selbst ein. Dies stellte er u.a. in zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Die praktische Wohnungskunde", und als Obmann des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" unter Beweis. Für die Stadt Wien plante Oskar Payer gemeinsam mit seinem Sohn Peter Payer mehrere Tausend Wohnungen, allen voran die zahlreichen Montagebau-Wohnungen.

Maximilian (Max) Bauer - Maximilian Bauer (geb. 1922) studierte von 1946 bis 1950 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an den Entwürfen zu mehreren großen Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa zum Franz-Glaserer-Hof in Wien 14, Hackinger Straße 30-36 (1963-1966) und zur Anlage Krottenbachstraße 42-46 in Wien 16 (1956-1958).

Karl Hartl - Karl Hartl (geb. 1915) studierte von 1936 bis 1940 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante er etwa das Wohnhaus Mitisgasse 36-38 in Wien 14 (1960/61) und war an der Errichtung der Anlagen Krottenbachstraße 42-46 in Wien 19 (1956-1958) und Hadikgasse 268-272 in Wien 14 (1953/54) beteiligt. Zudem unterrichtete Karl Hartl an der Bundesgewerbeschule Mödling (NÖ).

Albrecht F. Hrzan - Der in Malmö/Schweden geborene Albrecht Hrzan (1903-1975) war 1922/23 und 1924/25 an der Technischen Hochschule Wien inskribiert und ist ab 1940 als Student von Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien nachweisbar. Für die Gemeinde Wien entwarf Albrecht Hrzan unter anderem die Wohnhausanlagen Braunhirschengasse 33-37 und 43 in Wien 15 (1965-1967) und Speisinger Straße 100 in Wien 13 (1970/71). Von ihm stammen auch die Pläne für das Film-Casino in Wien 5, Margaretenstraße 78 (1954).

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