Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Boschstraße 24

Fakten

Boschstraße 24

Boschstraße 24, 1190 Wien

Baujahr: 1953-1956

Wohnungen: 272

Weitere Adressen

Kreilplatz 2, 1190 Wien

Halteraugasse 1, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Gegend rund um die Wohnhausanlage war ursprünglich landwirtschaftlich geprägt. Bis heute liegen am Hang zur Heiligenstädterstraße die Kellereien der Weingroßhändler. Im Mittelalter ein reicher Ort, litt das Gebiet ab dem 15. Jahrhundert stark unter kriegsbedingten Verwüstungen, von denen es sich erst im 18. Jahrhundert erholte. Im 19. Jahrhundert erwarb es sich einen Ruf als Sommerfrischeort. Zu dieser Zeit entstanden aber auch Industriebetriebe, und die nächste Umgebung des Gemeindebaus entwickelte sich zu einem bedeutsamen Wirtschaftsstandort.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage umfasst mehrere parallel und winkelig zueinander angeordnete Blöcke, dazwischen dienen begrünte Freiflächen und Zubauten für Sozialeinrichtungen infrastrukturellen und anderen praktischen Bedürfnissen.

Die zur Straße hin geöffnete Anlage ist eine Weiterentwicklung von Wohnkonzepten aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Sie bricht mit der Wiener Tradition der intimen, geschlossenen Hofform zugunsten einer möglichst konzentrierten Stapelung der Wohnungen. Die einzelnen Häuser sind weitgehend einheitlich gestaltet. Ein Steinsockel definiert die Erdgeschoßzone. Die Achsen der Eingangsbereiche sind von der jeweils unterschiedlichen Grundfarbe der Gebäude differenziert und liegen in einem flachen Risalit vor der Fassade. Die Portale sind von einer Steinrahmung umgeben und mit einem Vordach ausgestattet.

... und die Kunst

Der Gemeindebau weist zahlreiche Kunstwerke auf. An einer der Fronten befindet sich ein Wandbild von Rudolf Reinkenhof. Es entstand 1556/57. Die figurative Darstellung thematisiert "Schlaf, Traum und Erwachen". Von Rudolf Pleban stammt ein Sgraffito mit dem Titel "Wiener Kastanienbaum". Besonders bemerkenswert sind die 1956/57 entstandenen 16 Torfeldmosaike, die "das Tragen" thematisieren. Die Werke entstanden unter Mitarbeit von Walter Auer, Willi Bahner, Karl Bednarik, Romulus Candea, Erhard A. Dier, Maximilian Florian, Egon Haug, Wilhelm Kaufmann, Franz Klasek, Alex Leskoschek, Karl M. May, Franz Molt, Josef Quittan, Rober Schmitt, Elisabeth Stemberger und Emil Toman.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, ist seit 1889 nach Franz Xaver Bosch (1790-1860) benannt. Der Namensgeber war Industrieller, Gründer des für das hochwertige Schwarzbier bekannten Nussdorfer Brauhauses und Ortsrichter.

Sanierung

von 2001 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 bis 2004 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, zudem wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Bereits 1989/90 wurde die Anlage an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.302.635 Euro, davon konnten 518.861 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+