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Rosensteingasse 63

Fakten

Rosensteingasse 63

Rosensteingasse 63, 1170 Wien

Baujahr: 1978-1980

Wohnungen: 11

Architekt: Günther Kaufmann

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Das ursprünglich an dieser Stelle stehende Althaus war 1868 errichtet worden. Es beherbergte 18 Wohnungen und drei Lokale. Vom 18. Jahrhundert an bis in die 1950er-Jahre in Privatbesitz, wurde es mehrmals umgebaut und den jeweiligen Nutzungsansprüchen angepasst. Daneben befand sich noch ein weiteres einstöckiges Haus. 1959 wurde eine Verbindung von diesen Gebäuden zum Wohnhaus in der Hernalser Hauptstraße 103 hergestellt. Die Häuser wurden jedoch zusehends baufällig und mussten wegen Einsturzgefahr ab 1972 abgerissen werden. Die Gemeinde Wien hatte die Grundstücke bereits zuvor erworben und ließ ab 1978 ein neues Wohnhaus errichten. 1983 wurde schließlich das Haus in der Rosensteingasse 61 zugebaut.

Die Architektur

Das Gebäude ist nahezu ident mit dem angrenzenden Haus in der Rosensteingasse 61. Der Architekt Günther Kaufmann wurde hier zum ersten Mal beauftragt, später wurde das zweite Haus angebaut. Daraus entstanden Zwillingshäuser, die man auch als ein Haus mit zwei Stiegen ansehen könnte. Vertikal ausgerichtete, blockhafte Elemente strukturieren die Fassade. Durch den flachen Abschluss dieser Bauglieder in jeweils unterschiedlicher Höhe entsteht eine interessante Staffelung. Ein turmartig aufragender Mittelteil bildet das Zentrum der Fassade. Dahinter verbirgt sich das Stiegenhaus, welches durch einen vertikalen Fensterstreifen erhellt wird. Das zentrale Turmelement flankieren zwei oberhalb der Sockelzone ansetzende Erker, deren Gesims auf gleicher Höhe mit dem des jeweiligen Seitenteils liegt. Während das Dach der Seitenteile tonnenähnlich verläuft, sind die Erker flach abgeschlossen. Weitere glatt abgeschlossene, quaderförmige Aufbauten zieren das Dach. Das Wohnhaus zeichnet sich durch äußerst interessante Höhendifferenzierungen aus. Zudem ist der Fassadenaufbau der klassischen Gestaltung mit vorgelagertem Mittelrisalit entgegengesetzt. Die gelben Flanken, zwischen denen der weiße Mittelturm aufragt, scheinen zur Seite hin wegzuklappen und geben den dahinterliegenden weißen Fassadenteil frei - ein Eindruck, der durch die seitliche Positionierung der Fenster an den Erkern noch verstärkt wird. Dieses Detail wurde bei dem Haus in der Rosensteingasse 61 nicht mehr in dieser ausdrücklichen Form verwirklicht. An beiden Seiten des Mittelturmes ist das Sockelgeschoß, korrespondierend mit dem gestaffelten Dachaufbau, tief eingeschnitten. Das Dach des Hauses ist teilweise als Terrasse ausgebaut, mit dem Wohnhaus ist eine Tiefgarage verbunden.

Der Name

Die Rosensteingasse wurde 1864 nach dem Hernalser Philanthropen Stephan Leopold Häckl, Reichsritter von Rosenstein zu Peschwitz (gest. 1832), benannt. Ein Teil der Gasse hieß zuvor Johannesgasse. Stephan Leopold Häckl vermachte seinen Grundbesitz den Armen von Hernals. Seine Grabstätte befindet sich auf seinem ehemaligen Besitz in der Rosensteingasse 48.

Architekten

Günther Kaufmann - Günther Kaufmann (geb. 1937) studierte von 1957 bis 1961 bei Franz Schuster an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er etwa die Wohnhäuser Rosensteingasse 63 (1978-1980) und Rosensteingasse 61 (1983/84) in Wien 17.

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