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Ottakringer Straße 217-221

Fakten

Ottakringer Straße 217-221

Ottakringer Straße 217-221, 1160 Wien

Baujahr: 1960-1962

Wohnungen: 42

Architekt: Robert W. Preissecker

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

An der Stelle der heutigen Wohnhausanlage aus den 1960er-Jahren standen seit 1755 zwei städtische Althäuser, die einiges miterlebt hatten: 1924 wurden sie teilweise abgetragen und neu errichtet, die Bewilligung für Wohnzwecke wurde allerdings wegen Feuchtigkeit im Jahr 1937 entzogen. Während des Zweiten Weltkriegs erlitten die Bauten Bombenschäden, durften jedoch nach ihrer Instandsetzung bis zu ihrem endgültigen Abbruch 1956 wieder benützt werden.

Die Architektur

Die glatte, zwölf Fensterachsen breite Putzfassade des sechsstöckigen, freistehenden Wohnhauses ist sowohl straßen- als auch hofseitig durch einen sechs Fensterachsen breiten Mittelrisaliten symmetrisch gegliedert. An beiden Seiten des vorspringenden Baukörpers schließen Balkone an, das Dachgesims läuft weit auskragend weiter. Die Erdgeschoßzone beherbergt fünf Lokale, die durch einen helleren, mit einer doppelten Nut von der darüber liegenden Fassade getrennten Verputz betont werden. Der Risalit ist mit Kunststein verkleidet und mit großflächigen Auslagen ausgestattet. Die beiden Schmalseiten des Wohnblocks sind mit drei bzw. vier Fensterachsen schlicht gehalten, ein vertikaler Putzstreifen am jeweils äußeren Rand entstand erst nach der Sanierung der Hoffassade.

... und die Kunst

Die Bronzeplastik "Mutter mit Kind" der Bildhauerin Gertrude Diener (später Gertrude Diener-Hillinger) aus dem Jahr 1962 am begrünten Vorplatz stellt eine stehende Mutter dar, die ihr kleines Kind auf dem Rücken trägt und sich liebevoll zu ihm umdreht.

Das Wandrelief aus Marmor "Großbrand 1835" des Bildhauers Alfred Hrdlicka von 1961/62 zeigt den katastrophalen Brand in Alt-Ottakring im Jahr 1835, der innerhalb nur einer Stunde 52 Häuser vollständig zerstörte. Thematisiert wird hier der verzweifelte Kampf der Bewohner, die händeringend ums Überleben kämpfen.

Der Name

Die Ottakringer Straße verläuft durch den 16. und 17. Bezirk und wurde 1894 zur Erinnerung an den alten Vorort Ottakring benannt. Der Name "Otachringen" wurde urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Vor der Eingemeindung 1890 zählte Ottakring 61.817 Einwohner.

Sanierung

von 1989 bis 1989

In der Wohnhausanlage wurden 1989 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Robert W. Preissecker - Robert W. Preissecker (1910-2000) erhielt sein Diplom 1937 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er die Meisterschule von Peter Behrens besuchte. Von ihm stammt unter anderem der Entwurf für den Gemeindewohnbau Ottakringer Straße 217-221 in Wien 16 (1960-1962). Auch war er an der Planung für den Theodor-Körner-Hof in Wien 5 (Margaretengürtel 68-74, 1951-1955) beteiligt.

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