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Heindlgasse 4

Fakten

Heindlgasse 4

Heindlgasse 4, 1160 Wien

Baujahr: 1954-1956

Wohnungen: 38

Architekt: Hans Wölfl

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal der heutigen Wohnhausanlage wurde 1856 eine chemische Fabrik für Johann Heindl errichtet. Aus dieser ehemaligen Spodiumfabrik entstanden in den 1870er-Jahren Wohnungen. Im Jahr 1929 erwarb die Gemeine Wien den Grundstückskomplex mit dem darauf befindlichen einstöckigen Wohnhaus. Die Abbruchbewilligung für dieses Gebäude stammt aus dem Jahr 1953, ein Jahr später wurde mit der Errichtung des neuen Hauses begonnen.

Die Architektur

Bei der schlichten fünfstöckigen Wohnhausanlage mit hohem Kratzputzsockel und durchwegs gleichförmig angeordneten, eingeschnittenen Fenstern handelt es sich um eine typische Architektur aus der Zeit des Wiederaufbaus. Die zwölf Fensterachsen der glatten Lochfassade sind in drei Gruppen zusammengefasst, wobei die beiden äußeren jeweils dreiachsig ausgebildet sind. Die Fenster der mittleren Gruppe sind von Putzfaschen umrahmt, der linke Fensterblock wurde im Zuge der Renovierung mit einem stufenförmigen Farbakzent versehen. Der schmale, hohe Hausdurchgang befindet sich am äußersten Rand der Wohnhausanlage und durchbricht somit die strenge Gliederung der Fassade. Den Abschluss nach oben bildet ein ausgeprägtes Kranzgesims.

Der Name

Die Heindlgasse wurde 1888 nach dem Gemeinderat, Apotheker und Ehrenbürger von Ottakring, Johann Baptist Heindl (1821-1885), benannt.

Sanierung

von 1987 bis 1987

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1987 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 160.752 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Hans Wölfl - Hans Wölfl (1911-2005) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister und erhielt bereits 1936 den Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst. Neben seiner Unterrichtstätigkeit entwarf der Architekt Möbel, Interieurs, Schulen und öffentliche Gebäude sowie mehrere Wohnhäuser in Niederösterreich. Für die Gemeinde Wien erbaute er die Wohnhausanlagen in der Sternwartestraße 29 (1950), am Rosenhügel-Bertegasse (1962) und in der Vorgartenstraße (1964).

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