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Brüßlgasse 34

Fakten

Brüßlgasse 34

Brüßlgasse 34, 1160 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 18

Architekt: Franz Wiesmann

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Anstelle eines Holzlagerplatzes wurde 1927/28 eine kleine Wohnhausanlage in der Brüßlgasse 34 errichtet. Heute verfügt das vom Architekten Franz Wiesmann geplante Haus über 18 Wohnungen. Rund ein Drittel des Grundstückes wurde verbaut, der Rest der Fläche wird heute als Gartenhof genutzt. Seit 1979 sind die vier Stockwerke des denkmalgeschützten Hauses mit einem Personenaufzug erschlossen.

Die Architektur

Die Fassade der schmalen, fünfgeschoßigen Baulückenverbauung zeichnet sich durch ihre strenge Symmetrie aus. Elementartig eingesetzte Loggienpaare führen das Motiv des weit zurückversetzten, zentralen Eingangstores fort und bilden gemeinsam die breit angelegte Mittelpartie. Die vertikale Wirkung des Gebäudes wird von zwei Spitzerkertürmen, die noch im Sockelgeschoß auskragen, verstärkt. Die Erkerfenster sind seitlich mit Ornamentbändern aus Sandstein eingefasst, die Erkerbrüstungen in den oberen drei Etagen zudem mit kleinen quadratischen Dekorelementen versehen. In der unteren Zone des Sockelgeschoßes hat man Kratzputz aufgezogen, die oberen zwei Drittel und die Erkerachsen heben sich farblich vom Rest der Fassade ab und verstärken die axiale Wirkung. Die Symmetrie setzt sich in milderer Form auch an der Hoffassade fort: der zentrale Stiegenhaustrakt wird ab dem ersten Stock von zwei Balkonachsen flankiert.

... und die Kunst

Das Relief für den Zierbrunnen im Haushof wurde von Anton Endsdorfer geschaffen.

Der Name

Die Brüßlgasse wurde nach Franziska Brüßl (1793-1855) benannt. Sie war eine der Mitgründerinnen des Ottakringer Kirchenbaufonds.

Architekten

Franz Wiesmann - Franz Wiesmann (1888-1959) studierte von 1907 bis 1913 an der Technischen Universität Wien. Nachdem er eine kurze Zeitspanne als freier Architekt in Baden tätig gewesen war, erhielt er 1914 eine Anstellung am Wiener Stadtbauamt und gehörte diesem bis zu seiner Pensionierung an. Zahlreiche Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit entstanden nach seinen Plänen.

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