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Neulerchenfelder Straße 52

Fakten

Neulerchenfelder Straße 52

Neulerchenfelder Straße 52, 1160 Wien

Baujahr: 1953-1958

Wohnungen: 12

Architekt: Otto Leopold, Walter Totz

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal der heutigen Wohnhausanlage stand ursprünglich ein 1871 errichtetes, zweistöckiges Schul- und Wohngebäude. Aus dem Jahr 1932 liegt ein "Plan zur baulichen Umgestaltung zwecks Schaffung von Wohnräumen im ehemaligen Schulgebäude Neulerchenfelder Straße 52-54" vor. In diese Umbauphase fällt auch die Einrichtung der ersten Geschäftslokale im Erdgeschoß. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, das Ansuchen um Benützungsbewilligung des neuen Wohnhauses mit zwölf Kleinwohnungen und zwei Gassenlokalen stammt aus dem Jahr 1958.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Wohnhaus aus den 1950er-Jahren tritt weit hinter die Baulinie zurück und ist streng symmetrisch aufgebaut. Über einer von Geschäftslokalen dominierten Erdgeschoßzone erheben sich vier gleichwertige Hauptgeschoße. Den oberen Abschluss bilden ein weit ausladendes Kranzgesims sowie zwei über den äußersten Fensterachsen gelegene Dachhäuschen. Auffälligstes Element dieses insgesamt sehr schlicht gehaltenen Baus ist die zwei Fensterachsen breite Erkeranlage, welche sich über vier Stockwerke erstreckt und - so wie die beiden Dachgauben - rot eingefasst ist. Schmale Putzrahmen umgeben die Fenster dieses Mittelrisaliten, während die Fenster der beiden Seitenachsen ohne jegliches Dekor in die glatte Fassade eingeschnitten sind. Die weit in den Eingangsbereich hineingezogenen Geschäftsauslagen schaffen eine leicht trichterförmige Portalsituation.

Der Name

Die Neulerchenfelder Straße - vormals Mittlere Gasse, dann Mittlere Hauptstraße und Neulerchenfelder Hauptstraße - trägt ihren Namen seit 1894. Die Bezeichnung soll an den alten Vorstadtnamen erinnern, als Lerchenfeld durch den Bau des Linienwalls im Jahr 1704 in Alt- und Neulerchenfeld getrennt wurde.

Prominente Bewohner

An der Fassade befindet sich eine Gedenktafel für Wilhelm Winkler. Er war in den Jahren 1899 bis 1906 Mitbegründer und erster Direktor der Ottakringer Realschule, die an dieser Stelle im Vorgängerbau untergebracht war.

Architekten

Otto Leopold - Über die Ausbildung des in Wien geborenen Architekten Otto Leopold (1924-1958) sind keine Daten bekannt. Sein einzig bekanntes Bauwerk ist das kommunale Wohnhaus Neulerchenfelder Straße 52 in Wien 16 (1953-1958), das nach dem frühen Tod von Otto Leopold von Walter Totz fertig gestellt wurde.

Walter Totz - Walter Totz (1892-1979) studierte Architektur bei Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem entwarf er für die Gemeinde Wien das Wohnhaus Kleingasse 2 in Wien 3 (1959-1961).

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