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Thalhaimergasse 39

Fakten

Thalhaimergasse 39

Thalhaimergasse 39, 1160 Wien

Baujahr: 1906-1906

Wohnungen: 19

Architekt: Alois Matschinger

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In der späten Gründerzeit wurden im stetig wachsenden Ottakring weitere Wohnungen für die Arbeiterschaft gebraucht und gebaut. So wurde auch der Doppeltrakter mit Verbindungsstiege in der Thalhaimergasse 39 mit Garçonnièren und den typischen Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnungen ohne private Nassräume errichtet. Im Gegensatz zur einfachen Ausstattung der Wohnungen ist die Fassade des Wohnhauses erstaunlich reich verziert. Im Oktober 1924 hatte die Gemeinde Wien das Haus von der Eigentümerin Karoline Matschinger käuflich erworben. 1987 wurden die nunmehr 25 Wohnungen zu zeitgemäß ausgestatteten 19 Wohnungen zusammengelegt.

Die Architektur

Die für Gemeindebauten untypische Jugendstilfassade des angekauften Wohnhauses in der Thalhaimergasse 39 zeigt neun Fensterachsen und ist vier Geschoße hoch. Das ansteigende Straßengelände wird von der Sockelzone aufgenommen, Erdgeschoß und erster Stock sind horizontal genutet. Die zweizonige Wandgliederung ist farblich getrennt und geschoßweise differenziert. Die hell verputzte Fassade ist durch verzierte Pilaster vertikal betont und mit Arabesken und Blumenschmuck plastisch und farblich ornamentiert. Das Dachgesims lagert optisch auf geschwungenen Konsolen auf, mit Masken, Kugelfries und Zahnstab ist der obere Gebäudeabschluss besonders reich verziert. Ein herausragendes Gestaltungselement sind die vier Löwenköpfe im Gesims zwischen Erdgeschoß und erstem Stock.

Der Name

Die Thalhaimergasse wurde 1897 nach Gregor Thalhaimer, einem Pfarrer von Ottakring um 1484, benannt.

Sanierung

von 1989 bis 1991

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1989 bis 1991 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade. Außerdem wurde ein neuer Spielplatz errichtet. Die Kosten beliefen sich auf 1.128.827 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Matschinger - Über die Ausbildung des Architekten und Stadtbaumeisters Alois Matschinger (1849-1912) gibt es keine Informationen. In Wien errichtete er unter anderem die Wohnhäuser Thalhaimergasse 33, 35, 37 und 39 in Wien 16 (1906) und Vinzenzgasse 24 in Wien 18 (1903).

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