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Hollergasse 21

Fakten

Hollergasse 21

Hollergasse 21, 1150 Wien

Baujahr: 1983-1985

Wohnungen: 13

Architekt: Diether S. Hoppe

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Vorgängerbau der heute bestehenden Wohnhausanlage wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer stark beschädigt. Das viergeschoßige Wohnhaus mit 17 Wohnungen und 1 Lokal konnte jedoch wieder aufgebaut werden, die Abbruchbewilligung für diesen Bau wurde erst 1979 erteilt. Der heutige Gemeindebau enthält nach einer bereits während der Entwurfsphase durchgeführten Planänderung keine Tiefgarage, die gesetzlich geforderten 9 PKW-Stellplätze für das Haus sind nun bei einem Bau in der parallel laufenden Anschützgasse untergebracht.

Die Architektur

Bei der von Diether S. Hoppe errichteten Wohnhausanlage in der Hollergasse handelt es sich um eine Baulückenschließung aus der ersten Hälfte der 1980er-Jahre. Der Gemeindebau besticht durch seine sehr abwechslungsreiche und beinahe dynamische Gestaltung, die sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Mit Ausnahme der zurückgesetzten linken Fensterachse springt der gesamte vierstöckige Bau ab dem ersten Stock über die Erdgeschoßzone vor, zudem ist der Baukörper durch die vier Stockwerke hohen Spitzerker und den an der abgeschrägten Ecke situierten flachen Vorbau plastisch stark strukturiert. Die Fassade selbst wird durch horizontale und vertikale Putzfugen gegliedert, auffallend sind auch die sehr hohen mehrteiligen Fenster in der Art französischer Fenster. Die Dachgeschoßwohnungen sind mit Balkonen beziehungsweise eingeschnittenen Veranden ausgestattet, der begrünte Hofbereich im Westen grenzt an die benachbarte Anschützgasse.

Der Name

Die Hollergasse trägt ihren Namen seit etwa 1863. Die Bezeichnung ist auf das ehemals reiche Vorkommen von Flieder- beziehungsweise Hollerbüschen in dieser Gegend zurückzuführen.

Architekten

Diether S. Hoppe - Diether S. Hoppe (geb. 1938) studierte von 1959 bis 1965 Architektur an der Technischen Hochschule in Wien. In den Jahren 1966 bis 2004 war er an der Lehrkanzel für Hochbau und Entwerfen I an der Technischen Universität Wien tätig, im Jahr 1997 wurde ihm das "Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich" verliehen. Diether S. Hoppe arbeitet seit 1971 als freischaffender Architekt, jenem Jahr, in dem auch das Architekturbüro Hoppe - ein Familienbetrieb in der dritten Generation - gegründet wurde. Auswahl an Bauten: Wohnhaus Pokornygasse, Pokornygasse, 1190 Wien (1980); Wohnhaus der Gemeinde Wien, Hollergasse 21, 1150 Wien (1983-1985); Wohnhausanlage Wien XXII, Langobardenstraße, 1220 Wien (1996); Adaptierung der Reithalle Rennweg 89b, 1030 Wien (1996-1997); Wohnhaus Bennogasse 20, 1080 Wien (2005).

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