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Braunhirschengasse 36-38

Fakten

Braunhirschengasse 36-38

Braunhirschengasse 36-38, 1150 Wien

Baujahr: 1975-1977

Wohnungen: 34

Architekt: Josef Horacek

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Der Tuchfabrikant und Pottasche-Erzeuger Franz Wenzel Dadler kaufte 1799 die Besitzung "Braunhirschen", einen die Braunhirschengasse umgebenden Vorort, und steigerte durch Parzellierung die Bautätigkeit im Gebiet. Auf Dadlers Initiative geht somit die Besiedelung der Gegend zurück. Für die Errichtung des Gemeindebaus Braunhirschengasse 36-38 wurden drei Althäuser abgetragen, wobei das Grundstück Braunhirschengasse 40 unbebaut blieb und heute als Zugang zu einem die Braunhirschen- mit der Grimmgasse verbindenden Spielplatz dient.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei siebengeschoßigen Baublöcken, die aufgrund der Neigung des Baugrundes in der Höhe zueinander leicht versetzt sind und über je eine Stiege erschlossen werden. Die Hauseingänge sind in das flach gehaltene Sockelgeschoß eingelassen, die darüber liegenden Straßenfassaden der beiden Baublöcke werden von den für Bauten der 1970er-Jahre typischen Stiegenhausfenstern bestimmt; auf weitere Gliederungselemente wurde verzichtet. Die Hoffassade wird von Balkonen und Loggien dominiert, die Wohnungen im ausgebauten Dachgeschoß verfügen über Terrassen. In einer über die Braunhirschengasse befahrbaren Kellergarage befinden sich 27 PKW-Stellplätze.

... und die Kunst

An den zwei Hauseingängen finden sich Natursteinmosaike von Hans Robert Pippal (1915-1998), die der Künstler als "Abstrakte Kompositionen" bezeichnet hat. Pippal ist einer von wenigen Künstlern, die von der Gemeinde mit mehr als 15 Aufträgen für die künstlerische Gestaltung von Gemeindebauten beauftragt worden sind.

Der Name

Die Wohnhausanlage selbst wurde nicht benannt. Die Braunhirschengasse, ehemals Schmiedgasse, wurde 1894 nach dem alten Vorort Braunhirschen benannt. Der Name geht zurück auf das seit 1754 bekannte Wirtshaus "Zum braunen Hirschen".

Sanierung

von 1995 bis 1996

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1995 und 1996 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Josef Horacek - Josef Horacek (1911-1993) studierte zunächst Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister. Im Anschluss daran war er an der Hochschule für angewandte Kunst inskribiert, wo er von 1933 bis 1937 unter anderem bei Josef Hoffmann studierte, in dessen Büro er auch beschäftigt war. Horacek arbeitete hier sowohl an Architekturentwürfen als auch an der Detailplanung von Kleinmöbeln oder der Ausführung eines Faltsesselprototyps. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt seiner Arbeit im Wohnbau, des Öfteren im Auftrag der Stadt Wien.

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