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Gablenzgasse 27

Fakten

Gablenzgasse 27

Gablenzgasse 27, 1150 Wien

Baujahr: 1956-1957

Wohnungen: 46

Architekt: Hans Paar

Weitere Adressen

Hagengasse 8-10, 1150 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage befindet sich am Rand des so genannten Nibelungenviertels. 1910 wurde dieser Teil des ehemaligen Exerzier- und Paradeplatzes Schmelz zur Besiedelung freigegeben. Nach einer durch den Ersten Weltkrieg bedingten Bauunterbrechung begann die Gemeinde Wien, die verbliebenen Baulücken zu schließen. Das Grundstück Gablenzgasse 27 wurde erst 1956 verbaut, davor befand sich an dieser Stelle von 1924 bis 1953 ein Holzlagerplatz.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei verschieden großen Trakten, die einen begrünten Innenhof mit typischer Gartengestaltung der 1950er-Jahre umschließen. Der fünfgeschoßige Bauteil in der Hagengasse weist jeweils in der äußersten Achse eine Durchfahrt bzw. einen Durchgang auf. Die Straßenfassade wird durch unterschiedlich breite Fenster rhythmisiert: Zwölf der dreiflügeligen Fenster sind als so genannte Blumenfenster gestaltet - eine helle, stark vorstehende Kunststeinumrahmung bietet Platz für Blumenkästen. Die hofseitige Fassade wird durch eingeschnittene, abwechselnd zwei- und dreiflügelige Fenster sowie die Stiegenhäuser strukturiert. Der schmälere Trakt zur Gablenzgasse verfügt an der Hofseite in den beiden äußeren Achsen über Balkone, während straßenseitig zwei mit Kunststein gerahmte Geschäftsportale und ein Durchgang angeordnet sind.

... und die Kunst

Über den Eingängen zu den einzelnen Stiegen sowie über den Straßendurchgängen befindet sich jeweils eine Sopraporte mit einer Tierdarstellung: das Natursteinrelief "Dachse" (1956) von Herbert Schwarz, das Glasmosaik "Fuchs" (1956/57) von Roman Haller, die Keramik "Rehgruppe" (1956) von Franz Waldmüller sowie die Majolikaarbeit "Hirsch" (1956/57) von Hugo Kirsch.

Der Name

Die Gablenzgasse trägt diesen Namen seit 1894, davor hieß sie Burggasse bzw. Marc-Aurel-Gasse. Namensgeber war der sächsische Offizier Ludwig Karl Wilhelm Freiherr von Gablenz (1814-1874), der 1866 die einzige Schlacht für Österreich im verlorenen Krieg gegen Preußen gewann.

Sanierung

von 1989 bis 1992

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1989 bis 1992 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 53.197 Euro, davon konnten 31.918 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Hans Paar - Hans Paar (1892-1977) praktizierte nach seinem Studium an der Technischen Hochschule in Prag im Büro Gessner in Wien, wo er unter anderem am Ferdinand-Lassalle-Hof mitarbeitete. Mit seinem Bruder Adolf Paar und seinem Partner Paul May schuf er die beiden Gemeindebauten in der Hickelgasse in Wien 14 und Fultonstraße 3-11 in Wien 21. Nach Kriegsende zeigte Paar, der selbst in der Künstlersiedlung lebte und sich während des Zweiten Weltkrieges mit der Planung von Industriebauten beschäftigte, reges Interesse am Wiederaufbau in Wien.

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