Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Goldschlagstraße 42-44

Fakten

Goldschlagstraße 42-44

Goldschlagstraße 42-44, 1150 Wien

Baujahr: 1890

Wohnungen: 20

Architekt: Brigitte Ottel

Weitere Adressen

Benedikt-Schellinger-Gasse 11, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Das Wohnhaus wurde von der Stadt Wien angekauft und sollte ursprünglich für den Bau der U-Bahn-Station Schweglerstraße abgerissen werden. In diesem Zusammenhang wurde der Denkmalschutz für das Gebäude im Jahr 1988 aufgehoben, abgerissen wurde schließlich jedoch nur der Gebäudeteil in der Benedikt-Schellinger-Gasse bis zum Einfahrtstor sowie eine ehemalige Fabrikhalle im Hof. Von 1992 bis 1994 wurde das Gebäude schließlich revitalisiert und zum Gemeindebau umfunktionalisiert.

Die Architektur

Das ehemalige Zinshaus stammt wohl aus den 1890er-Jahren und bestand ursprünglich aus acht Fensterachsen in der Goldschlagstraße und zehn in der Benedikt-Schellinger-Gasse. Nach der Revitalisierung durch die Architektin Brigitte Ottel blieben nur mehr sechs Fensterachsen in der Benedikt-Schellinger-Gasse bestehen und die Fassaden wurden weitestgehend erneuert. Lediglich das abgeschrägte Eck weist in den ersten drei Geschoßen noch die ursprüngliche Gestaltung mit Bossenquaderung, Lisenen, korinthischen Kapitellen und einem Wechsel von Dreiecks- und Segmentbogengiebeln auf. Die restlichen Fassadenteile wurden behutsam erneuert, die Gliederung lehnt sich an die ursprüngliche Erscheinungsweise an.

Der Name

Der Gemeindebau selbst hat keinen eigenen Namen. Die Goldschlagstraße wurde im Jahr 1899 nach dem urkundlich bereits 1375 erwähnten Weinried "Goltslaher" benannt. Die Sturzgasse erhielt ihren Namen 1874 aufgrund ihres steilen Verlaufs.

Sanierung

von 1992 bis 1994

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1992 bis 1996 Dach, Fassade, Fenster und Türen erneuert. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.818.638 Euro, davon konnten 1.167.338 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Brigitte Ottel - Brigitte Ottel wurde 1934 in Wien geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Seit 1964 arbeitet sie als freischaffende Architektin und ist hauptsächlich im Bereich Schulbauten tätig.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+