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Schwendergasse 15

Fakten

Schwendergasse 15

Schwendergasse 15, 1150 Wien

Baujahr: 1965-1967

Wohnungen: 19

Architekt: Friedrich Hintermayr

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Der ganz in der Nähe des Wohnhauses liegende Schwendermarkt besteht seit 1833 und wurde vor allem von den Bauern aus den angrenzenden Bezirken beliefert. In diesem Grätzel befand sich auch das im 19. Jahrhundert sehr beliebte Vergnügungsetablissement von Karl Schwender, in dem zahlreiche Veranstaltungen wie Theateraufführungen und Bälle stattfanden. Das ursprünglich an der Stelle der Wohnhausanlage vorhandene Althaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer beschädigt und schließlich durch den Neubau ersetzt.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei Häusern, die durch einen über die Schwendergasse befahrbaren Hof mit PKW-Stellplätzen miteinander verbunden werden. Die Fassaden lassen sich als typisch für den sozialen Wohnbau der 1960er-Jahre bezeichnen. Über dem als Sockel gestalteten Erdgeschoß erheben sich die vier Obergeschoße. Die glatte Wand wird einzig durch die farbliche Differenzierung der Fensterzwischenräume geschmückt, charakteristisch für die Zeit ist auch die Beleuchtung des Stiegenhauses durch eine großzügige Fensterachse. Über jedes Geschoß werden zwei Wohnungen erschlossen, jede Wohnung verfügt über einen Balkon.

Der Name

Die Schwendergasse wurde 1894 nach Karl Schwender (1809 - 1866) benannt. Schwender kam im Jahr 1833 als Gasthausbursch nach Wien und arbeitete vorerst im Paradeisgartel als Zahlkellner. Danach pachtete er von der Freifrau Pereira-Arnstein den zu deren Schloss gehörigen Kuhstall, in dem er 1835 ein Kaffeehaus, später dann ein Vergnügungsetablissement, Schwenders Casino bzw. Schwenders Colosseum genannt, eröffnete. Dieser Betrieb wurde 1897 geschlossen, der Gebäudekomplex 1898 abgetragen.

Architekten

Friedrich Hintermayr - Friedrich Hintermayr (1910-1979) studierte bis 1932 Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst Wien unter anderem bei Oscar Strnad. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das 1955-1957 errichtete Wohnhaus Gschwandtnergasse 53-57 in Wien 17. Auch war er an der Planung für den Oscar-Helmer-Hof in Wien 21 (Roda-Roda-Gasse 1, 1961-1964) beteiligt.

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