Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Einsteinhof

Fakten

Einsteinhof

Mollardgasse 30-32, 1060 Wien

Baujahr: 1949-1952

Wohnungen: 184

Architekt: Adolf Hoch

Weitere Adressen

Grabnergasse 1-9, 1060 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Ecke Grabnergasse und Mollardgasse stand früher das Hanswursthaus, benannt nach seinem Besitzer, Josef Anton Stranitzky, dem ersten Wiener Hanswurst. Eine Gedenktafel erinnert noch heute daran. Seit 2003 steht der Einsteinhof unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Die klar gegliederte, fünf- bis siebengeschoßige Wohnhausanlage aus der frühen Nachkriegszeit umschließt zwei teilweise begrünte Innenhöfe und einen Kindergarten in Pavillonbauweise. Die markante, im Erdgeschoß abgerundete und darüber rechtwinkelig zurückspringende Eckzone im Bereich Grabnergasse/Mollardgasse nimmt Bezug auf den gegenüberliegenden Bau aus den 1930er-Jahren und bildet mit diesem eine Art Tor zur Grabnergasse.
Das eingeschoßige Ecklokal mit seinen zwei parallel geführten Gesimsbändern stellt ein Verbindungsglied zwischen den beiden unterschiedlich hohen Baukörpern dar. Seit der Sanierung springen sämtliche Stiegenhäuser der Anlage vor und betonen dadurch die lange weiße Fassade. Der nordöstliche Bereich des Wohnblocks bildet gemeinsam mit dem Nachbargebäude einen Straßenhof. Als einziges Schmuckelement fungieren die hellgrauen, leicht erhabenen Putzvorlagen der Fenstereinfassungen und die Sockelverkleidung mit unregelmäßigen Natursteinplatten.

... und die Kunst

In der Wohnhausanlage steht eine siebenteilige Gruppe von als Spielplastiken konzipierten Bronzefiguren mit dem Titel "Ponys" von Mario Petrucci (1951-1957). Die kleine Plastik eines um die Ecke in den Hof blickenden Ponys mit der Aufschrift "Max darf nicht mit den Kindern spielen, er war schlimm" ziert den Hauseingang. Jedes der Ponys hat einen Namen: Max, Lisl, Ali, Moritz, Felix, Rosl und Susi. Moritz, das kleinste Pferd der Gruppe, ist im Areal des Kindergartens platziert und verbindet so den Bereich des Kindergartens mit dem der Wohnhausanlage. An der Hofseite des Kindergartens befindet sich das Keramikrelief "Spielende Kinder" (1952/53) von Adele Stadler.

Der Name

Der Hof wurde 1955 nach dem Physiker Albert Einstein (1879-1955) benannt. Seine physikalischen Erkenntnisse revolutionierten das damals herrschende Bild von Raum und Zeit.

Sanierung

von 1986 bis 2006

Der Einsteinhof wurde in den Jahren 2004 bis 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Der Einbau der Aufzüge erfolgte in mehreren Etappen bereits ab 1986. Die Kosten beliefen sich auf 3.912.835 Euro, davon konnten 1.008.700 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Adolf Hoch - Adolf Hoch (1910-1992) studierte bei Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste in Wien und arbeitete bis 1937 für das Atelier Peter Behrens - Alexander Popp. 1937 wurde Hoch freischaffender Architekt. Es folgten zahlreiche Preise wie 1946 der 1. Preis beim Karlsplatz-Wettbewerb oder 1948 die Goldmedaille bei der Winterolympiade für ein Schisprungstadion am Kobenzl. Zu seinen Hauptwerken zählen der Einsteinhof, die Internationale Kulturstätte im Hörndlwald (Josef-Afritsch-Heim), die Opernpassage sowie das Arbeitsunfallkrankenhaus Meidling (gemeinsam mit Wolfgang Bauer) und die Wohnhausanlage Vorgartenstraße (mit Carl Auböck und Carl Rössler).

Wohnungstauschangebote

Art Zimmer Größe Miete
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+