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Deutschordenstraße 7-25

Fakten

Deutschordenstraße 7-25

Deutschordenstraße 7-25, 1140 Wien

Baujahr: 1953-1955

Wohnungen: 140

Architekt: Erich Lamprecht, Ulrike Manhardt, Fritz Purr, Georg Lippert

Weitere Adressen

Hanakgasse 19-21, 1140 Wien

Keißlergasse 2-4, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage entstand auf der "grünen Wiese" unmittelbar neben dem Hugo-Breitner-Hof. Früher befanden sich hier Felder, Wiesen und Gärtnereien mit Glashäusern. Unter dem Projektnamen "Wohnhausanlage Baumgarten" wurde der Komplex zusammen mit der Anlage Deutschordenstraße 27-35 als dessen südlicher Bauabschnitt errichtet. Die Anlage grenzt an das Hanappi-Stadion, der Spielstätte des Fußballklubs Rapid Wien, der dort seit 1911 beheimatet ist.

Die Architektur

Die auf drei Seiten von Straßen umgebene Wohnhausanlage gliedert sich in sieben locker angeordnete Baukörper. Entsprechend der Tendenz zur offenen Wohnanlage seit den 1950er-Jahren sind die Flächen zwischen den Wohnblöcken und zur Straße hin als Grünanlage gestaltet. Drei dreigeschoßige Häuser liegen parallel zur Deutschordenstraße und sind durch Pergolen lose miteinander verbunden. Im rückwärtigen Gartenhof befinden sich zwei um jeweils ein Geschoß erhöhte Baublöcke. An den Grundstücksecken wird der Komplex von zwei Wohnblöcken begrenzt, die ebenfalls um ein Geschoß höher ausgeführt wurden. Die Architektur der Anlage lehnt sich an die des Hugo-Breitner-Hofes an: Die Dachformen, die rau verputzten und durch die Fenster sowie die Stiegenhausachsen regelmäßig strukturierten Fassaden sind charakteristisch für den Wohnbau jener Jahre. Schlichte Details wie die in Putz vertieften bzw. erhabenen Fenster- und Haustürrahmungen gehören ebenso dazu.

... und die Kunst

Zwei große Mosaikwandbilder aus dem Jahr 1954 schmücken die Schmalfronten der Wohnblöcke an den Grundstücksecken. Das "Pfauenpaar" stammt von Stephan Praschl, der "Baum mit Tieren" von Hans Staudacher.

Der Name

Die Deutschordenstraße erinnert seit 1894 an den Deutschen Orden, der in dieser Gegend über großen Grundbesitz verfügte. Davor hieß die Straße Bahngasse bzw. Hackinger Allee.

Architekten

Erich Lamprecht - Erich Lamprecht (1924-1963) studierte von 1941 bis 1947 und 1948/49 bei Oswald Haerdtl an der Hochschule für angewandte Kunst. Für die Gemeinde Wien plante er in Arbeitsgemeinschaften die Wohnhausanlagen Deutschordenstraße 7-25 und 27-35 in Wien 14 (1953-1955). Das Wohnhaus Gratian-Marx-Straße 12-14 in Wien 11 (1953/54) entwarf Erich Lamprecht als eigenständige Arbeit.

Ulrike Manhardt - Ulrike Manhardt (geb. Grom-Rottmayer, 1913-1999) studierte ab 1931 an der Technischen Hochschule Wien, wo sie 1937 die Meisterschule von Siegfried Theiß abschloss. Zusammen mit Emil Hoppe entwarf sie für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Braunhirschengasse 12-22 in Wien 15 (1957-1959). Als Bestandteil einer größeren Architektengemeinschaft war sie auch an der Errichtung der Gemeindebauten Deutschordenstraße 7-35 in Wien 14 (1953-1955) beteiligt.

Fritz Purr - Fritz Purr (1905-1985) studierte Architektur an der Akademie für bildende Kunst bei Peter Behrens, wo er den Meisterklassepreis in Verbindung mit einem Reisestipendium gewann. Dieses führte ihn nach New York, wo er an der Planung der Radio City Music Hall im Rockefeller Center (1931) beteiligt war. 1932 machte er sich in Wien als Architekt selbständig. Hier war er nach 1945 an der Errichtung zahlreicher Wohnhausanlagen beteiligt. Sein prominentestes Bauwerk steht Am Graben 31 in Wien 1 (1951/52).

Georg Lippert - Georg Lippert (1908-1992) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien und besuchte an der Akademie der bildenden Künste die Meisterklasse von Clemens Holzmeister, in dessen Büro er auch mitarbeitete. Von 1939 bis 1945 führte er mit Kurt Klaudy ein gemeinsames Atelier. In diesen Jahren entstand unter anderem ein Jagdschloss für den bulgarischen König bei Plovdiv (Bulgarien). Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Lippert als einer der fortschrittlichsten Architekten Österreichs und seine Bauten waren Statussymbole für den wirtschaftlichen Aufschwung. In Wien entwarf er unter anderem den Opernringhof (Wien 1, 1955-1957, mit Carl Appel), die Hoffmann-La Roche-Zentrale beim Belvedere (Jacquingasse 16-18, Wien 3, 1959-1961) und das IBM-Verwaltungsgebäude (Obere Donaustraße, Wien 2, 1969-1971).

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