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Leuthnerhof

Fakten

Leuthnerhof

Mollardgasse 89, 1060 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 159

Architekt: Georg Rupprecht

Weitere Adressen

Pliwagasse 1a, 1060 Wien

Eisvogelgasse 2a, 1060 Wien

Linke Wienzeile 182, 1060 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Während des Ersten Weltkrieges wurde auf dem Grundstück zwischen Hauptfeuerwache und der "Ersten gewerblichen Fortbildungsschule" ein geschlossener Jugendspielplatz angelegt, der 1930 dem Leuthnerhof weichen musste. Die Wohnhausanlage hat das 1934er-Jahr unbeschadet überstanden, erst ein Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg beschädigte das Gebäude schwer. 1947 und 1949 wurden die zerstörten Teile wieder aufgebaut. 2003 wurde der Leuthnerhof unter Denkmalschutz gestellt.

Die Architektur

Die klar strukturierte, fünfgeschoßige Blockrandbebauung mit einspringenden Ecken erstreckt sich um einen längsrechteckigen, begrünten Innenhof, von dem aus - wie in den meisten Wiener Gemeindebauten - sämtliche Stiegenhäuser erschlossen werden. Der Architekt verzichtete auf applizierten Dekor, stattdessen strukturierte er die großen, straßenseitigen Fassadenflächen durch schwach ausgeprägte Risalite und ein breites, bandförmiges Kranzgesims als zweischichtiges Wandsystem. Nur an der Fassade gegen die Linke Wienzeile werden Balkone als Gliederungselement eingesetzt.

... und die Kunst

Besondere Erwähnung verdienen die beiden original erhaltenen Teppichklopfstangen im Innenhof, deren Steher expressionistische Ansätze aufweisen.

Der Name

Karl Leuthner (1869-1944) war Reichsratsabgeordneter (1911-1918), Mitglied der provisorischen Nationalversammlung (1918-1919), Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung (1919-1920) sowie Abgeordneter zum Nationalrat (1920-1934). Von 1895 bis 1934 war er Redakteur der "Arbeiter-Zeitung" und verfasste zahlreiche politische und religionsgeschichtliche Broschüren.

Sanierung

von 2004 bis 2005

Der Leuthnerhof wurde in den Jahren 2004 und 2005 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 2.867.000 Euro, davon konnten 852.738 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Georg Rupprecht - Georg Rupprecht (1891-1940) studierte ab 1909 an der Technischen Hochschule Wien. Aufgrund des Kriegsdienstes konnte er das Studium allerdings erst 1918 abschließen. Ab 1923 widmete er sich als selbständiger Architekt unterschiedlichsten Bauaufgaben. So wurden nach seinen Entwürfen Villen in Rom, Salzburg und in Zoppot bei Danzig (heute Polen) errichtet. In Wien plante er vor allem Geschäftslokale und Kaffeehäuser, unter anderem auch die Bar im Hotel Bristol. Seine wichtigsten Bauten für die Gemeinde Wien sind der Franz-Silberer-Hof in Wien 3 und der Karl-Leuthner-Hof in Wien 6.

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