Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Hickelgasse 4-6

Fakten

Hickelgasse 4-6

Hickelgasse 4-6, 1140 Wien

Baujahr: 1954-1956

Wohnungen: 45

Architekt: Ernst Lederer-Ponzer

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der östliche Abschnitt der Hickelgasse zwischen März- und Goldschlagstraße war seit der städtebaulichen Erschließung des Bereichs ab 1890 noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg unbebaut geblieben. Viele der damals parzellierten Bauplätze lagen brach und dienten bis zu ihrer Bebauung lange Zeit als Lagerplätze, die meist durch hohe Holzzäune begrenzt wurden. Die Gemeinde erwarb die freien Bauplätze nach dem Zweiten Weltkrieg, um sie für den Bau von Wohnhäusern zu nutzen. Das Wohnhaus schloss die letzte Baulücke in der Hickelgasse, nachdem einige Jahre zuvor die beiden angrenzenden Gemeindebauten errichtet worden waren. Damals befand sich in dem heute als Geschäftslokal genutzten Räumlichkeiten im Erdgeschoß eine Außenstelle der Stadtbücherei.

Die Architektur

Der Wohnbau besteht aus einem Straßentrakt mit zwei Stiegenhäusern und einem mittig daran anschließenden Hoftrakt mit Stiegenhaus, der bis an die hintere Grundgrenze reicht. So ergeben sich eine T-förmige Grundrissfigur und zwei durch den Mitteltrakt getrennte Höfe. Durchgänge gewährleisten die Verbindung zwischen Straße, Höfen und den hofseitig gelegenen Stiegenhäusern. Die glatt verputzten und durch Fenster gleichmäßig gerasterten Wände kennzeichnen die Fassaden. Ausnahmen finden sich nur an der Straßenfassade, wo im Erdgeschoss der Hofzugang sowie das Geschäftsportal - beide an die äußersten Ränder der Fassade gesetzt - durch einfach profilierte Rahmungen akzentuiert sind. Die Fenster haben in Putz vertiefte Rahmungen, die im Unterschied zu der ursprünglich in einem hellen Ocker gehaltenen Hauswand dunkler gefärbt waren. Als Gestaltungselemente werden auch die Inschrift sowie die darunter befestigte Fahnenstange eingesetzt, die auf einem gegenüber den anderen Achsen breiteren Wandfeld angeordnet sind. Die schlichte und nüchterne Architektur des Wohnhauses ist typisch für den Wohnbau der Nachkriegszeit.

Der Name

Die Straße wurde 1893 nach dem Porträtmaler Joseph Hickel (1736-1807) benannt. Joseph Hickel war k.k. Kammermaler und Mitglied der Akademie der bildenden Künste. Der sehr produktive Maler schuf zahlreiche Schauspielerportraits für die Galerie des Burgtheaters und porträtierte mehrfach Kaiser Josef II.

Sanierung

von 1987 bis 1996

Die Aufzüge wurden im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987/88 eingebaut. Die Kosten dafür betrugen 268.671 Euro, 295.539 Euro konnten durch Förderungen gedeckt werden. 1996 erfolgten die Neudeckung des Daches und der Einbau einer Gas-Kombi-Therme.

Architekten

Ernst Lederer-Ponzer - Der in Brünn (Tschechien) geborene Ernst Lederer-Ponzer (1909-2003) war bereits als Architekt tätig, als er sich 1946 bei Erich Boltenstern und Emil Pirchan an der Akademie der bildenden Künste Wien als Student einschrieb. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig plante Ernst Lederer-Ponzer unter anderem die Wohnhäuser Ziegelofengasse 24-26 in Wien 5 (1980/81) und Clementinengasse 3 in Wien 15 (1979/80).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+