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Prochstraße 21-23

Fakten

Prochstraße 21-23

Prochstraße 21-23, 1140 Wien

Baujahr: 1973-1976

Wohnungen: 163

Architekt: Ernst Berg, Viktor Adler

Weitere Adressen

Rottstraße 3-7, 1140 Wien

Felbigergasse 16, 1140 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde auf einem der letzten freien Grundstücke in diesem Bereich des 14. Bezirks errichtet. Der Baugrund war seit der städtebaulichen Erschließung dieses Gebietes ab 1890 unbebaut geblieben und reichte bis zum Bau des benachbarten Ferdinand-Blat-Hofes ursprünglich von der Hütteldorfer Straße bis zur Linzer Straße. Früher floss hier der Ameisbach, der ab 1897 eingewölbt wurde und heute in einem Kanal unter der Marcusgasse in den Wienfluss fließt.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus sechs sternförmigen, neungeschoßigen Baublöcken, die gegeneinander gestaffelt angeordnet sind und im Grundriss zwei sich überschneidende, polygonale Halbkreise bilden. Durch das Vor- und Zurückspringen der vielgliedrigen Baukörper ergibt sich eine differenzierte und aufgelockerte Bebauungsstruktur. Im Kern der Wohnblöcke liegen die dreiarmigen Stiegenhäuser mit den Aufzügen. Während in den acht Obergeschoßen nur Wohnungen untergebracht sind, gibt es im Erdgeschoß neben Wohnungen auch Geschäftslokale und einen Kindergarten.
Zur Straße sowie an den anschließenden Hausrückseiten ist die Erdgeschoßzone durch dunkleren Putz farblich von den hell verputzten Obergeschoßen abgesetzt. An den straßenseitigen Stirnfronten der Blöcke befinden sich über den Geschäftslokalen Balkone. Die asymmetrische Anordnung der Fenster in den Obergeschoßen orientiert sich an den Wohnungsgrundrissen. Sie sind entweder einzeln angeordnet oder zu Fensterbändern zusammengefasst. Hofseitig markieren vertikale Fensterbänder die Stiegenhäuser. Unterschiedliche Materialien und Baustoffe - wie die roten, an Balkonbrüstungen erinnernden Fassadenelemente oder die Loggienbrüstungen aus Waschbetonplatten - gliedern und beleben die Fassaden. Alle Flächen zwischen den Wohnblöcken bzw. gegen die Straße sind als Grünflächen angelegt - ein Gestaltungselement, das den aufgelockerten Charakter der Bebauungsstruktur unterstreicht.

Der Name

Prochstraße, Rottstraße und Felbigergasse erinnern allesamt an herausragende Persönlichkeiten: Heinrich Proch (1809-1878) war Hofopernkapellmeister, Komponist und Dirigent, Carl Mathias Rott (1807-1876) ein berühmter Theaterschauspieler und Johann Ignaz Felbiger (1724-1788) ein Schulreformer, der für die allgemeine Schulpflicht eintrat.

Sanierung

von 1993 bis 1993

Die Wohnhausanlage wurde 1993 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden; außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Ernst Berg - Ernst Berg (1921-2008) studierte ab 1939 zunächst Maschinenbau an der Technischen Hochschule Wien, bevor er zum Architekturstudium wechselte, das er 1949 mit der 2. Staatsprüfung abschloss. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Realisierung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Erdbergstraße 126-130 in Wien 3 (1962/63) und Krottenbachstraße 104 in Wien 16 (1966/67).

Viktor Adler - Viktor Adler (1907-1995) studierte ab 1937 bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem den Steinitzhof in Wien 13, Hietzinger Kai 7-9 (1952-1955), und zusammen mit Hans Paar den Wilhelm-Weber-Hof in Wien 11, Rinnböckstraße 35-43 (1949-1951).

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