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Theodor-Körner-Hof

Fakten

Theodor-Körner-Hof

Margaretengürtel 68-74, 1050 Wien

Baujahr: 1951-1955

Wohnungen: 1217

Weitere Adressen

Siebenbrunnenfeldgasse 1D, 1050 Wien

Leopold-Rister-Gasse 3, 1050 Wien

Margaretengürtel 74a, 1050 Wien

Reinprechtsdorfer Straße 1A, 1050 Wien

Reinprechtsdorfer Straße 1C, 1050 Wien

Grünwaldgasse 9, 1050 Wien

Kohlgasse 2, 1050 Wien

Grünwaldgasse 3-5, 1050 Wien

Grünwaldgasse 6, 1050 Wien

Reinprechtsdorfer Straße 1, 1050 Wien

Reinprechtsdorfer Straße 1B, 1050 Wien

Kohlgasse 2A, 1050 Wien

Margaretengürtel 62-64, 1050 Wien

Siebenbrunnenfeldgasse 1B, 1050 Wien

Siebenbrunnenfeldgasse 1C, 1050 Wien

Siebenbrunnenfeldgasse 1, 1050 Wien

Siebenbrunnenfeldgasse 1A, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Im Jahre 1951 erfolgte der Spatenstich für den Theodor-Körner-Hof. Früher war auf dem Baugelände der Heu- und Strohmarkt abgehalten worden. Im Zentrum der Anlage entstand ab 1954 ein 20-stöckiges Hochhaus (Wohnhochhaus am Matzleinsdofer Platz).

Die Architektur

Der Theodor-Körner-Hof ist als gartenstadtartige Wohnhausanlage angelegt. Auf einer Gesamtfläche von 30.000 m² gruppieren sich 14 Wohnblöcke um Höfe und Grünflächen. Die vier- bis siebengeschoßigen Wohnblöcke werden von Straßen umrahmt. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die einzelnen Wohnblöcke nur durch ihre unterschiedlichen Fassadenfarben und die verschiedenfärbigen Balkone voneinander. Bei genauerer Betrachtung findet man an Fensterrahmen, Stiegenaufgängen, vorspringenden Gebäudeteilen und Balkonen individuelle Details. Die Anordnung der Häuser folgt den Gegebenheiten des Geländes. Gegeneinander geschobene Blöcke lassen interessante Hauseingänge und Durchgänge entstehen. Die Stiegen 9 bis 17 bilden einen massiven Block, der nur durch zwei mächtige Risalite aufgelockert wird. Inmitten der Wohnhausanlage stehen zwei Wohnblöcke als losgelöste Bauteile.
An den Fassaden finden sich insgesamt 350 Balkone, die passend zu den jeweiligen Fassadenfarben in Rot, Grün und Blau gehalten sind. Die Balkone sind unterschiedlich gestaltet (rechteckig, trapezförmig, Doppelbalkone). Modern wirken einzelne vor die Fassade gestellte Balkontürme. Aufzüge sind in die Stiegenhäuser eingebaut oder stehen direkt vor der Fassade. Die Wohnanlage verfügt über Geschäfte, Ordinationen, Kinderwagen- und Fahrradräume. Für Künstler sind einige Atelierwohnungen vorgesehen.

... und die Kunst

Wander Bertoni schuf das als Supraporte dienende Kunsteinrelief "Abstrakte Flächenteilung" (1956/57), Karl Sterrer das Mosaikwandbild "Zwei Pferde". Der "Figurale Fries" über der Straßendurchfahrt stammt von Fritz Wotruba (1953-1955). Weiters befinden sich in der Anlage die Bronzeplastik "Freunde" von Siegried Charoux (1955/57), die Kalksteinplastiken "Zwei sitzende weibliche Figuren" von Margarete Hanusch (über einem Tor, 1953) und die "Kinderdoppelrutsche" aus Beton von Josef Seebacher (1955). Die nur noch zum Teil erhalten Hauszeichen und Rahmungen an den Eingängen stammen von Mea Bratusch, Adolf Kloska und Franz Pixner. Der "Gedenkstein für Theodor Körner" wurde von Ferdinand Welz gestaltet.

Der Name

Theodor Körner (1873-1957) war sozialdemokratischer Politiker. Er war Mitglied des Republikanischen Schutzbundes und riet im Bürgerkrieg 1934 von einem gewaltsamen Widerstand gegen die austrofaschistische Diktatur ab. Körner war von 1945 bis 1951 Bürgermeister von Wien und von 1951 bis 1957 österreichischer Bundespräsident. In seiner Amtszeit förderte er die Zusammenarbeit der Großparteien.

Sanierung

von 1995 bis 1997

Der Theodor-Körner-Hof wurde in den Jahren 1995 bis 1997 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Besonderes Aufsehen erregte die 150 Meter lange Glas-Stahlkonstruktion, die man 2006/2007 als Lärmschutzwand entlang des Gürtels errichtete. Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1990/91.

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