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Rupertgasse 6-16

Fakten

Rupertgasse 6-16

Rupertgasse 6-16, 1140 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 124

Architekt: Franz Wiesmann, Engelbert Mang

Weitere Adressen

Jenullgasse 9-15, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde auf mehreren Bauplätzen, die seit der städtebaulichen Erschließung dieser Gegend ab 1890 brach lagen, von zwei Architekten errichtet. Zeitgleich mit dem Bau der Anlage entstanden in unmittelbarer Nachbarschaft weitere Gemeindebauten, wie in der Jenullgasse, Onno-Klopp-Gasse und der Penzinger Straße.

Die Architektur

Die in ihrer Architektur sehr sachliche Wohnanlage besteht aus zwei langgestreckten Trakten, die auf abfallendem Baugrund sowohl in der Rupertgasse als auch in der Jenullgasse breite Baulücken schließen. Dazwischen ergibt sich ein großzügiger Gartenhof. Der Trakt an der Jenullgasse schließt an den Seiten an die Gründerzeithäuser an. Seine Mittelpartie dagegen ist von der Baulinie zurückgesetzt und geländebedingt in der Höhe abgestuft. Die Fassadenmitte wird hier durch die von einem Attikageschoß überhöhten Loggien akzentuiert. Der Trakt an der Rupertgasse fällt dagegen durch seine nüchterne Architektur auf: Die Front ist hier mit Fenstern regelmäßig gegliedert. Die äußeren Blöcke schließen an die Gesimskanten der Nachbarhäuser an und sind zu den mittleren Blöcken in der Höhe abgestuft. Hofseitig rhythmisieren die vertikalen Stiegenhausachsen die langen Fronten der beiden Trakte.

... und die Kunst

Im Gartenhof der Anlage befindet sich eine Bronzeplastik "Knabe mit Schwan" von Josef Heu aus dem Jahr 1931.

Der Name

Die Straßen, an denen die Wohnanlage liegt, erinnern an herausragende Persönlichkeiten: Seit 1905 ist die Rupertgasse nach dem ehemaligen Baumeister und Gemeindevertreter von Penzing Franz Rupert (1791-1868) benannt. Die Jenullgasse erinnert seit 1896 an den Juristen Dr. Sebastian Jenull (1777-1848), der Professor für Natur- und Kriminalrecht war.

Sanierung

von 2003 bis 2004

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut und der Spielplatz instand gesetzt. Die Kosten beliefen sich auf 3.523.700 Euro, davon konnten 2.378.498 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Wiesmann - Franz Wiesmann (1888-1959) studierte von 1907 bis 1913 an der Technischen Universität Wien. Nachdem er eine kurze Zeitspanne als freier Architekt in Baden tätig gewesen war, erhielt er 1914 eine Anstellung am Wiener Stadtbauamt und gehörte diesem bis zu seiner Pensionierung an. Zahlreiche Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit entstanden nach seinen Plänen.

Engelbert Mang - Engelbert Mang (1883-1955) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Otto Wagner. Nach seinem Studium trat er in das Wiener Stadtbauamt ein, wo er von 1923 bis 1932 an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien mitwirkte. Nach seinen Entwürfen entstanden etwa der Viktor-Adler-Hof in Wien 10, der Widholzhof in Wien 11 und der Fröhlichhof in Wien 12.

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