Friederike-Mayröcker-Hof
Friederike-Mayröcker-Hof
Schönbrunner Straße 76, 1050 WienBaujahr: 2024-2025
Wohnungen: 15
Geschichte
Am 11.4.2025 wurde der Gemeindebau feierlich nach Friederike Mayröcker, einer der bedeutendsten österreichischen Autorinnen und Lyrikerinnen, benannt. Die Wohnungsvergabe startete im Juli 2025, Bezugstermine ab Spätsommer 2025.
Die Architektur
Das schmale Grundstück an der Wienzeile wurde mit acht oberirdischen Geschossen bebaut, die Erdgeschosszone ist dabei gestalterisch deutlich von den darüber liegenden Wohngeschossen differenziert. Durch die großen Fensterfronten entsteht eine große räumliche Offenheit zur Umgebung. Vor der Fassade der oberen Wohngeschosse erzeugt ein Stahlrahmen etwas mehr Distanz zum Außen, die integrierten Pflanztröge und Rankhilfen schaffen zusätzlich mehr Privatheit. Die dadurch entstehende dreidimensionale, lebendig begrünte Fassade verbessert nicht nur die Wohnqualität, sondern wirkt auch positiv auf das Mikroklima der Umgebung.
Der Name
Friederike Mayröcker war eine der wichtigsten Schriftstellerinnen ihrer Generation im deutschsprachigen Raum. Geboren am 20. Dezember 1924 in Wien, begann sie im Alter von fünfzehn Jahren mit ersten literarischen Texten. Als Englischlehrerin war sie von 1946 bis 1969 an verschiedenen Wiener Hauptschulen tätig, parallel veröffentlichte sie vor allem Gedichte in Zeitschriften. Sie kam in Kontakt mit der Wiener Gruppe um H. C. Artmann und Gerhard Rühm, lernte 1954 Ernst Jandl kennen, mit dem sie eine auch künstlerische Partnerschaft verband – bis zu dessen Tod im Jahr 2000.Enorm produktiv und erstaunlich vielseitig war Friederike Mayröcker zeitlebens. Sie publizierte mehr als 100 Bücher, neben den frühen, vom Surrealismus beeinflussten Gedichten und Prosastücken später auch experimentelle Hörspiele und Kinderbücher. Mit ihrer Lyrik und Prosa schuf sie eine völlig eigenständige Dichtung. Ihre Arbeitsweise beschrieb Mayröcker so: „Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, in dem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige solange hinein, bis es Sprache wird.“ Leben und Werk fallen bei Mayröcker in eins. Das spiegelte sich auch in ihrer Lebens- und Arbeitssituation wider: Ihre Wohnung, unweit von hier in der Zentagasse, war eine legendäre Landschaft aus Zetteln, Notizen, Manuskripten und Typoskripten.Vielfach ausgezeichnet – 1976 Preis der Stadt Wien für Literatur, 1982 Großer Österreichischer Staatspreis, 2001 Georg-Büchner-Preis u.v.m - starb Friederike Mayröcker am 4. Juni 2021.
