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Gemeindebaubenennung nach Rapid-Legende

Am 23. Mai 2017 wurde der Gemeindebau in der Ottakringer Liebhartsgasse 54-56 nach der Rapid-Fußballlegende Gerhard Hanappi benannt. Zwischen 1979 und 1981 wurde die städtische Wohnhausanlage mit 25 Wohnungen nach den Plänen des Architekten und der ehemaligen Fußballstars Gerhard Hanappi errichtet.  

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher Franz Prokop und SK Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek nahmen die Benennung des Gemeindebaus nach seinem Planer in „Gerhard-Hanappi-Hof“ vor. Die aktiven Rapid-Profis Steffen Hofmann, Christopher Dibon, Stefan Schwab, Louis Schaub, Richard Strebinger und Joelinton nahmen ebenso an dem Festakt teil wie die Rapidlegenden Alfred Körner, Rudolf  Flögel und Walter Skocik. Für Hanappis Söhne Gerhard „Hardy“ und Michael sowie Enkeltochter Katalin gab es zur Erinnerung die Benennungstafel in kleiner Ausfertigung. 

Gerhard Hanappi (1929 – 1980)

Gerhard Hanappi wurde am 16. Februar 1929 in Wien geboren. Bereits als 17-Jähriger spielte er in der Kampfmannschaft des Meidlinger Fußballvereins Wacker. Zwei Jahre später debütierte er in der Nationalmannschaft. Danach spielte er für den SK Rapid und gewann insgesamt sieben Meistertitel. Den Höhepunkt als Nationalspieler feierte er bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo er in der „Hitzeschlacht von Lausanne“ mit 7:5 den Gastgeber besiegte und das kleine Finale um Platz drei gewinnen konnte. 1955 wurde er Sportler des Jahres.

Nach dem Besuch der HTL in Mödling begann Gerhard Hanappi ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Wien, das er 1957 abschloss. Nach dem Ende seiner Sportkarriere arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros. Noch im selben Jahr wurde er als erster Fußballer mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich geehrt. Sein wohl bekanntester Bau war das später nach ihm benannte Weststadion des Fußballvereins Rapid, das 2016 durch einen Neubau ersetzt wurde. Gerhard Hanappi verstarb am 23. August 1980 in Wien. Die Fertigstellung „seines Gemeindebaus“ erlebte er somit nicht mehr.

 

Der Gerhard-Hanappi-Hof

Die Wohnhausanlage fällt vor allem durch ihre starke horizontale Gliederung auf. Im Erdgeschoß dominiert ein durchgängiges Fensterband, in dessen Mitte der Eingang zum Kindertagesheim liegt. Der am weitesten hinten liegende Teil ist mit nur zwei Fensterachsen relativ schmal. Trotzdem nimmt er die starke horizontale Gliederung der Hauptfassade auf, indem die Fensterreihen mit Farbbändern hinterlegt werden. Im Erdgeschoß dieses Gebäudeteiles dominiert die Einfahrt zur hauseigenen Tiefgarage.

„Als Allrounder war Ballkünstler Gerhard Hanappi auf jeder Position des Spielfeldes einsetzbar. Als anerkannter Architekt war er ebenso vielseitig wie als Sportler. Er war eine starke Identifikationsfigur der durch den Faschismus und die Kriegsereignisse traumatisierten Generation nach dem 2. Weltkrieg. “, hielt Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig fest.

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